Ankara: Türkische Botschaft in Washington gibt keine Visa aus

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Ankara: Türkische Botschaft in Washington gibt keine Visa aus

08. Oktober 2017 - 23:30
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US-Amerikaner die in die Türkei reisen wollen, werden es schwer haben, eines zu bekommen. Denn nach der US-Botschaft in Ankara, die angekündigt hat, Visa-Anträge auf unbestimmte Zeit nicht mehr bearbeitet zu wollen, zieht die türkische Botschaft in Washington nach. 

Ankara: Türkische Botschaft in Washington gibt keine Visa aus

Washington / TP - US-Amerikaner die in die Türkei reisen wollen, werden es schwer haben, eines zu bekommen. Denn nach der US-Botschaft in Ankara, die angekündigt hatte, Visa-Anträge auf unbestimmte Zeit nicht mehr bearbeitet zu wollen, zieht die türkische Botschaft in Washington nach. Hintergrund ist offenbar die Festnahme eines türkischen Mitarbeiters des US-Generalkonsulats in Istanbul am Mittwoch oder die jüngste türkische militärische Mission in Nordsyrien, um den Waffenstillstand in der Provinz Idlib zu überwachen. Experten in der Türkei sind sich jedoch sicher, dass die Türkei auch in der Provinz Afrin den Einfluß der PYD/YPG zurückdrängen will, die von den USA mit Waffen unterstützt wird.

Die US-Botschaft nannte die Vorwürfe der türkischen Medien nach der Festnahme des Mitarbeiters als "völlig haltlos" und drohte der Türkei mit Konsequenzen. Am Sonntag erklärte die US-Botschaft, dass die US-Vertretungen in der Türkei die Bearbeitung von Visa-Anträgen für die Vereinigten Staaten für unbestimmte Zeit einschränken werden. Damit wird es türkischen Touristen und Geschäftsreisenden erheblich erschwert, in die USA zu reisen.

Wie die US-Botschaft in Ankara mitteilte, wurde die Bearbeitung türkischer Visa-Anträge mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Davon ausgenommen seien Einwanderungsanträge. Zur Begründung hieß es, "jüngste Ereignisse" ließen die US-Regierung daran zweifeln, dass die Sicherheit des Personals in US-Vertretungen in der Türkei gewährleistet sei.

Am späten Sonntagabend gab die türkische Botschaft in Washington nun bekannt, dass die derzeitige Lage es erfordere, die Sicherheit des Personals in türkischen Vertretungen in den USA neu zu bewerten. Daher werde man die Bearbeitung US-amerikanischer Visa-Anträge mit sofortiger Wirkung aussetzen. Die Maßnahme betrifft auch die Ausgabe der elektronischen Visa wie auch die Ausgabe direkt an türkischen Grenzübergängen.

Die Festnahme des türkischen Mitarbeiters Metin Topuz vom US-Generalkonsulat in Istanbul, dem die türkischen Behörden vorwerfen, der Gülen-Bewegung anzugehören sowie Spionage betrieben zu haben, scheint ein schwerwiegenderer Fall zu sein, als bislang bekannt. Die US-Botschaft hatte zuvor die in den türkischen Medienberichten geäusserten Mutmaßungen gegenüber dem Verdächtigen und den USA als "grundlos" zurückgewiesen. Seit langem gehen regierungsnahe Medien davon aus, dass die USA indirekt mit dem gescheiterten Putschversuch zu tun haben könnten. 

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