Mehrheitswahlrecht - Das Wahlvolk in die Schranken weisen

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Mehrheitswahlrecht - Das Wahlvolk in die Schranken weisen

09. März 2018 - 20:29
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Jetzt wird das bisherige demokratische Prinzip des Wahlrechts in Frage gestellt. Derzeit wird in Deutschland bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag eine Mischung aus Mehrheitswahlrecht (bei der Wahl des Direktkandidaten) und Verhältniswahlrecht (bei der Wahl einer Partei über die Landesliste / Reserveliste gewählt) angewendet. 

Mehrheitswahlrecht - Das Wahlvolk in die Schranken weisen

Jetzt wird das bisherige demokratische Prinzip des Wahlrechts in Frage gestellt. Derzeit wird in Deutschland bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag eine Mischung aus Mehrheitswahlrecht (bei der Wahl des Direktkandidaten) und Verhältniswahlrecht (bei der Wahl einer Partei über die Landesliste / Reserveliste gewählt) angewendet.

Unter verschärften ökonomischen Bedingungen funktioniert Demokratie als Verteilungssystem wohl nicht mehr. Damit zusammenhängend will man jetzt das "Wahlvolk als Souverän" in die Schranken verweisen. Das "ungebildete" Volk (sowohl Wähler als auch Gewählte!), dass über Wohl und Weh des Staates bestimmt, ist ein genetischer Defekt der Demokratie. In Zukunft wird es wohl verstärkt in Richtung "Expertenregierung" gehen. Ganz im Sinne der neoliberalen Oligarchie. Dazu braucht es eben auch ein neues Wahlsystem, worauf Alan Posener in einem Artikel der WELT hinauswill.

Kommentar Avni Bilgin - Irgendwie erinnert mich dieser Artikel an die Zeitumstellungsdebatte, wo einige "Qualitätsmedien" die Entscheidung der Türkei, die unsinnige Sommer- und Winterzeitumstellung zu beenden, als "Beleg für eine Islamisierung" sahen [Anm. Wie die Intelligenzbestien darauf gekommen sind ist mir immer noch ein Rätsel aber egal], um exakt ein Jahr später selber diesen Unsinn zu kritisieren und dessen Beendigung zu fordern. 

Als in der Türkei das neue "Präsidalsystem mit mehreren Wahlgängen" u.a. wegen der politischen Stabilität gefordert und letztendlich am 17. April 2017 beschlossen wurde, haben die gleichen Intelligenzbestien dies als ein undemokratisches und diktatorisches System schlecht geredet, während sie jetzt eine ähnliches Wahlsystem fordern. Ich wünsche keinen in der Haut eines Türkischstämmigen zu stecken, der auch einigermaßen der deutschen Sprache mächtig ist. Es ist immer wieder ein Kampf um den Verstand, um die Logik, um Doppelmoral und um die Widersprüche die einem das Studieren unserer Nachrichtenlektüren zu einer großen geistigen Herausforderung werden lässt.

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