Nach Maischberger: Erdogan-Anhänger erhält Morddrohungen

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Nach Maischberger: Erdogan-Anhänger erhält Morddrohungen

09. September 2017 - 16:35
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Kaum ist die nächste kontroverse Debatte über die Türkei, Erdogan oder der EU-Beitrittsgespräche bei der Talkshow Maischberger zu Ende, erhält der deutsch-türkische Unternehmer Tugrul Selmanoglu Morddrohungen. Das hindert ihn aber nicht daran, weiterhin die eigenen Ideale zu verteidigen.

Facebook-Profil von Tugrul Selmanoglu

Heilbronn / TP - "Erdogan fordert die Deutschtürken völlig zurecht zum Boykott von CDU, SPD und Grünen bei der Bundestagswahl auf", sagte der Heilbronner Unternehmer Tugrul Selmanoglu während der ARD-Sendung "maischberger" und erhält seitdem Morddrohungen aus allen Lagern. Für den smarten jungen Deutschtürken kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

Selmanoglu hatte während der TV-Sendung die deutsche Politik beschuldigt, die derzeitige Spannung zwischen der Türkei und Deutschland absichtlich aufrechtzuerhalten und türkische Migranten in Deutschland unter Druck zu setzen. Selmanoglu zeichnete sich dabei als ruhiger, argumentativ starker aber auch auf Konfrontation gebürsteter Gesprächspartner aus, der gegenüber den Mitgästen Doris Akrap, der Staatsministerin Aydan Özoguz, CSU-Politiker Markus Söder, dem Türkei-Experten Günter Seufert und dem per Video-Live-Übertragung zugeschalteten Dogan Akhanli ebenbürtig auftrat.

Selmanoglu machte mehrfach auf das Dilemma der deutsch-türkischen Beziehungen aus türkischer Perspektive aufmerksam, um zu verdeutlichen, dass man mit, statt über die Türken reden müsse. "Das türkische Volk und die türkische Regierung erwartet auch Partnerschaft von der EU, Hilfe und Solidarität", sowie auch die Türkei Solidarität nach den Anschlägen auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion gezeigt habe. "Stattdessen streitet man sich hierzulande darüber, ob man die Türkei zuerst isoliert, uns erst den Geldhahn zudreht oder die EU-Beitrittsverhandlungen stoppt." 

Nach der TV-Sendung "maischberger" erhält der Heilbronner Unternehmer seit Tagen Morddrohungen und Hass-emails, vor allem von Anhängern der PKK, DHKP-C und der FETÖ, schreiben türkische Medien unter Hinweis auf Selmanoglu selbst. Laut türkischen Medien habe man auf sein PKW eine Kugel hinterlegt. Ausserdem bekomme er über emails Bilder seines Hauses in Heilbronn zugesendet; eine Anspielung darauf, dass man den Wohnort und das Haus kenne. Selmanoglu zeigt sich aber wenig berührt davon und fordert nun alle türkischen Mitbürger in Deutschland auf, der Kleinpartei Allianz Deutscher Demokraten (AD-Demokraten) allein aus Solidarität zur Türkei den Rücken zu stärken. Schließlich habe der türkische Präsident höchstselbst die Idee mit den Wahlplakaten in Nordrhein-Westfalen mit seinem Konterfei und dem Appell an deutschtürkische Wahlberechtigte, für richtig und wichtig erachtet.

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