Die Wahl von Trump - Gewinner und Verlierer

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Die Wahl von Trump - Gewinner und Verlierer

09. November 2016 - 23:38
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Die Top 5 Gewinner und Verlierer nach der US-Präsidentenwahl und Sieg des republikanischen Kandidaten Donals Trump über die Demokratin Hillary Clinton. 

Die Wahl von Trump - Gewinner und Verlierer

Ein Kommentar von DTA / TP - Die Welt hat einen neuen stärksten Mann. Dieser Mann ist sogar politisch stärker als die meisten anderen us-amerikanischen Präsidenten vor ihm.

Abgesehen von seiner Wahl als Präsident, hat seine Partei auch die Mehrheit im Repräsentanhaus erlangt. Der Senat war schon vorher von den Republikanern dominiert. Somit beherrschen die Republikaner auch mehrheitlich den Kongress.

Wie es das Schicksal so will, werden in kürze auch die Richter des mächtigen Obersten Gerichtshofs gewählt. Die Richter vom Surpreme Court werden vom Präsidenten vorgeschlagen und mit Zustimmung des Senats auf Lebenszeit gewählt. Aufgrund der Mehrheit der Republikaner ist es fast wie selbstverständlich, dass die Obersten Richter Donald Trump und den Republikanern nahe stehen werden.

Kurz: Trump wird alle drei Gewalten in den USA fest im Griff haben. Besser könnte die Ausgangslage für einen amerikanischen Präsidenten gar nicht sein. Doch wer sind Gewinner und Verlierer ?

++ Gewinner ++

1. Amerikanische Energiekonzerne

Trump hat verlautbaren lassen, dass er Abbau und die Nutzung der fossilen Brennstoffe massiv fördern und alternative Energiequellen in den Hintergrund stellen wird. Er wurde von seinen Gegnern auch als "Klimakiller" tituliert.

2. Amerikanische Immobilien- und Infrastrukturkonzerne

Trump möchte mit einem Investionsprogramm von den spekulativen, börsengesteuerten Investionspolitik abkehren und in den us-amerikanischen Real-Sektor und speziell in die Infrastruktur investieren. Damit verspricht er sich einen "inneren" Aufschwung und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

3. Russland

Trump wünscht eine Deeskalation mit Russland und eine stärkere Zusammenarbeit, um die internationale amerikanische Militärpräsenz zu verringern und die damit verbundenen Kosten für den US-Haushalt zu senken. Für Russland bedeutet das, dass die politische und wirtschaftliche Isolierung von der westlichen Welt mittelfristig gelockert und langfristig aufgehoben wird.

Ferner wird Russland Gelegenheit gegeben seinen Einfluss im eigenen Einflussgebiet noch weiter auszubauen.

4. Türkei

Trump will sich zwar militärisch und teilweise auch politisch aus dem Nahen Osten und dem Kaukasus zurückziehen, aber weiterhin mit sehr starken, politisch einflussreichen Staaten in der Region zusammenarbeiten.

Er möchte die us-amerikanische Position "gebündelt" verhandelt haben. Die Taktik von Obama - mit der Unterstützung von winzigen Staaten und losen, komplizierten Gruppen, hält Trump für Zeit - und Ressourcenverschwendung.

Das kommt der Türkei in diesem Fall entgegen. Im Bezug auf die PKK, der Gülen-Sekte und auch der PYD in Syrien, werden die USA deutlich stärker mit der Türkei kooperieren als bisher.

Ferner hat Trump persönlich hervorragende Wirtschaftsbeziehungen zur Türkei. Sein Familienimperium hat millardenschwere Investitionen in der Türkei. Die ständig vom europäischen Politikern monierten "Demokratiedefizte" oder die Zusammenarbeit mit Russland interessieren Trump nicht. 

Er bezeichnete Erdogan mehrmals als charismatischen Staatsoberhaupt. Trump hatte auch die Gülen-Sekte nach dem misslungenen Putschversuch in der Türkei verurteilt. Das lag auch unter anderem daran, dass die Gülen-Sekte massiv die Demokraten finanziell und politisch unterstützt hatten. Daher ist die Auslieferung von Gülen deutlich wahrscheinlicher geworden.

5. Die europäische Neue Rechte

Sämtliche rechtspopulistischen Parteien werden weiterhin Auftrieb erhalten und die populistisch-rassistisch-islamophoben Äußerungen von Trump als Weg zum Erfolg ansehen.

++ Verlierer ++

1. Der komplette transatlantische Mainstream und die angeschlossenen Meinungsforschungsinstitute

Sämtliche amerikanischen und europäischen Medien haben Hillary Clinton gestützt und massiv gegen Trump gehetzt. Die Intensität dieser Befangenheit war dermaßen offensichtlich, dass das bei den US-Amerikanern sogar eine partielle Trotzreaktion ausgelöst hat. Die Meinungsforschungsinstitute haben sich extrem verkalkuliert. Die Diskrepanz war so dermaßen daneben, dass Trump eigentlich bei keiner großen Erhebung jemals vorne lag.
Nach dem vorherigen Desaster bezüglich des "Brexit", dürfte eine Grundsatzdiskussion bezüglich der Sinnhaftigkeit und der Seriösität von Meinungsforschungsinstituten entbrennen.

2. Die Europäische Union

Das europäische Establishment hatte voll und ganz auf den Sieg von Clinton gesetzt und gehofft. Aufgrund der Annäherung zu Russland, der Ankündigung die NATO
Präsenz zu verringern, wird Europa demnächst unter anderem ein sicherheitspolitisches Problem haben. 

Ferner ist die relativ isolatationsorientierte Wirtschaftspolitik von Trump auch ein herber Rückschlag für die wirtschaftlichen Interessen Europas. Trump will den Import eingrenzen und somit die eigene Wirtschaft schützen. Bedeutet im Klartext, dass die Exportnationen wie China oder Deutschland ein Problem haben werden.

Der deutsche Außenminister war in seiner ersten Stellungnahme so außer Fassung, dass er sogar vergaß, aus reiner Höflichkeit dem Sieger zu gratulieren.

3. Südamerika - insbesondere Mexiko und China

Trump will massive Steuererhöhungen auf die Importe von den oben genannten Ländern durchsetzen. Die NAFTA, das Abkommen bezüglich der us-amerikanischen Freihandelsstruktur soll gekündigt und neu aufgesetzt werden. Das betrifft auch neue Automobilwerke von Mercedes oder BMW in Mexiko.

Das würde die fast vollkommen von den USA abhängige Wirtschaftsleistung dieser Staaten massiv im negativen Sinne beeinflussen.

Die illegalen Einwanderer aus Südamerika - fast 2 Millionen, die ihre Familien in der Heimat unterstützen, sollen ausgewiesen werden. Der mexikanische Peso ist in nur einem Tag rekordverdächtig um 10 % abgesackt.

4. Iran

Trump möchte die frisch geschlossene Vereinbarungen bezüglich der Kontrolle von Atomwaffen mit den Iran aufkündigen.

Das heißt im wesentlichen, dass die Isolationspolitik gegenüber dem Iran erneut in Kraft tritt. Sämtliche politischen und territorialen Kalkulationen des Iran, die Obama ermöglicht hatte, wären dadurch hinfällig.

Die erste Stellungnahme des Iran zum Wahlsieg von Trump war - ohne dabei Glückwünsche zu auszusprechen - die Forderung nach Einhaltung der Vereinbarungen.

5. Sämtliche Migranten in Amerika, die dem christlichen und/oder europäischen Bild nicht gerecht werden.

Obwohl Trump sicher von sich aus keine größeren Diskiminierungsmassnahmen vorantreiben wird, werden sich seine Anhänger aus extremen Flügeln bestätigt sehen und die populistische Wahlkampfstrategie, die teils aus islamophoben, teils aus rassistischen "Gassenhauern" bestand, versuchen im Alltagsleben auszuleben.

++ Bemerkung ++

Es sollte natürlich bedacht werden, dass die Innen- oder Weltpolitik der USA sich von heute auf morgen nicht um 180° verkehrt wird. Alle populistischen Wahlkampfsprüche von Donald Trump werden sich auch nicht durchsetzen lassen.

Aber eins dürfte klar sein: Es werden mittelfristig eine Verschiebung und Veränderung der Machtverhältnisse in der Welt stattfinden. Die Frage wird sein, ob zum positiven oder negativen für die Welt.

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