Türkische Medien - Skandal um Y-Magazin der Bundeswehr

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Türkische Medien - Skandal um Y-Magazin der Bundeswehr

09. Dezember 2017 - 15:21
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Türkische Medien berichten über Inhalte des Magazins "Y" der Bundeswehr. Darin wird in der neuesten Ausgabe eine Rubrik dem Kampf um die syrische Stadt Rakka gewidmet, die demnach von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) befreit wird, so das Magazin unter Berufung auf einen Artikel der Wochenzeitung "Die Zeit". 

"Y - Magazin der Bundeswehr"

Bonn / TP - Sonderlich begeistert sind türkische Medien über die Heroisierung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in westlichen Medien und vor allem über die Unterstützung durch den Westen nicht,  was derzeit auch zur Folge hat, dass die Beziehungen zur NATO, deren Mitgliedern und Koalitionspartnern angespannt sind. Die SDF, deren Militärbündnis im Grunde hauptsächlich von der YPG und YPJ besteht und gelenkt wird, stuft die Türkei kategorisch als terroristisch ein, da die YPG ein syrischer Ableger der Terrororganisation PKK ist. Nun berichten türkische Medien über das "Y - Das Magazin der Bundeswehr" und deren neuesten Ausgabe. Darin wird der YPG eine Rubrik im Kampf um Rakka (ar-Raqqa) eingeräumt.

"Y - Magazin der Bundeswehr" ist seit April 2001 die offizielle Monatszeitschrift der Bundeswehr und wird vom Bundesministerium der Verteidigung durch den Leiter des Presse- und Informationsstabes herausgegeben. In ihrer jüngsten Ausgabe "12/2017" unter der Rubrik "Syrien - Fotoreportage aus der Stadt Rakka" wird bezugnehmend auf einen Bericht der Wochenzeitschrift "Die Zeit" unter dem Titel "Was vom Krieg übrig ist", über die viermonatige Belagerung der IS-Hochburg Rakka berichtet. Darin wird "eine Bestandsaufnahme, eine Sichtung der Trümmer und Spuren, die die Terrororganisation "islamischer Staat" (IS) im Land und an den Menschen hinterlassen hat" aufgenommen.

Begleitet von Kräften der SDF berichten der Fotograf Andy Spyra und Wolfgang Bauer ab Mitte August dieses Jahres zwei Wochen lang über die umkämpfte Stadt Rakka, was das "Y" Magazin verwendet. Dabei werden auch Bilder von YPG-"Kämpfern" in deren Hauptquartier, "junge Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ" oder ein Bild eines "Befehlshabers der YPG" veröffentlicht.

Über das Magazin der Bundeswehr berichtet nun auch die PKK-nahe Nachrichtenagentur "ANF" am Samstag. Darin betont sie, dass die Bundeswehr den "Kampf der YPG/YPJ gegen den IS beispielhaft erwähnt." Weiter heißt es, dass  "In der Reportage finden sich Fotos aus dem YPG-Hauptquartier („Moderne Kriegsführung: Im Hauptquartier der YPG sondieren Kämpfer per Tablet und Handy die Lage“) und einer YPJ-Kämpferin. Ausführlich wird darüber berichtet, wie Raqqa Haus für Haus befreit wurde."

Die YPG und YPJ wurden nach der Gründung des politischen Armes der Terrororganisation PKK im Jahre 2003, der PYD, als bewaffneter Arm aufgestellt. Alle genannten Organisationen werden von der Türkei als verlängerter Arm der PKK betrachtet.

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