Yildirim: Am Image ist die USA selbst Schuld

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Yildirim: Am Image ist die USA selbst Schuld

10. Oktober 2017 - 14:01
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Mit deutlichen Worten verwehrt sich Ministerpräsident Yildirim gegen US-Kritik an Verhaftung eines Angestellten des US-Generalkonsulats in Istanbul. 

Yildirim: Am Image ist die USA selbst Schuld

Ankara / TP - In der Visa-Krise verwehrt sich der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim gegen die Kritik aus den USA. Die USA müssten zuerst ihr eigenes Image in der Türkei hinterfragen, statt der türkischen Justiz oder Medien zu unterstellen, das Image der USA in der Türkei absichtlich beschädigen zu wollen. 

Grund ist die Verhaftung eines Angestellten des US-Generalkonsulats in Istanbul. Dabei handelt es sich um einen 56-jährigen türkischen Staatsbürger, der seit den 1990er Jahren in der US-Vertretung tätig ist. Laut türkischen Medien handelt es sich bei dem am Mittwoch verhafteten Metin Topuz um einen mutmaßlichen Spion, der auch Verbindung zu Fethullah Gülen und seiner Bewegung unterhält.

Nach der Verhaftung hatte die US-Botschaft in Ankara mitgeteilt, dass die Umstände zur Verhaftung sowie die Berichterstattung darüber die USA verstört hätten. US-Botschafter John Bass hatte daraufhin Maßnahmen angekündigt. Am Sonntag erklärte die US-Botschaft, man werde Visa-Anträge bis auf weiteres aussetzen. Im Gegenzug erklärte Ankara mit gleichem Wortlaut, die Visa-Bearbeitung in den USA für US-Bürger vorläufig einzustellen. 

Ministerpräsident Yildirim erklärte am Dienstag während einer Fraktionssitzung der amtierenden Regierungspartei AKP, dass die USA mit der Maßnahme eine Entscheidung getroffen hätten, die mit den bilateralen Beziehungen nicht vereinbar seien. Yildirim betonte, dass die Türkei solche Reaktionen nicht einfach so stehen lassen und mit entsprechenden Antworten begegnen werde. Es könne nicht sein, dass die USA aufgrund des Vorgehens der türkischen Justiz einseitig und ohne vorheriger Absprache eine so drastische Entscheidung treffe und dabei Medien oder die Justiz dafür verantwortlich mache.

Yildirim betonte, dass die türkische Justiz unabhängig agiere und dass sie dabei niemanden zuerst befragen werde, um weitere Schritte im Zuge von Ermittlungen einzuleiten. Es liege somit nicht im Ermessen der USA, was die Justiz entscheide, erklärte Yildirim und fügte hinzu, die USA müsse ihr eigenes Image hinterfragen, die sie in der Türkei etabliert habe. 80 Prozent der Menschen würden die USA nicht mehr mögen. Die USA müssten daher ihre eigene Rolle und dass dabei hinterlassene Image hinterfragen, vor allem seit dem gescheiterten Putschversuch und der bisherigen US-Politik gegenüber Fethullah Gülen und in Zusammenhang mit Waffenlieferungen an die PYD/PKK.

Türkische Medien berichten auch heute umfangreich über die Visa-Krise. Die Tageszeitung Habertürk beschreibt unter dem Titel "Kalter Krieg" die derzeitige Situation sowie den Aufruf der türkischen Seite, die Entscheidung zurückzunehmen, während US-Botschafter John Bass mit den Worten "Die Entscheidung fiel uns nicht einfach" zitiert wird. Die regierungsnahe Sabah schreibt, dass das türkische Außenministerium Washington die Message mitgeteilt hat, den Streit nicht weiter eskalieren zu lassen. Die Star meint in der Titelüberschrift, dass die Panik der USA die eines Schuldigen gleichkommt, der ertappt worden ist während die Tageszeitung Aksam darauf hinweist, dass die USA in ihrer Visa-Politik bei Mitgliedern der Gülen-Bewegung keine Grenzen gesetzt hat. Die regierungsnahe Yeni Safak meint auf der ersten Seite ihrer heutigen Ausgabe, dass es sich nicht um einen Verbündeten, sondern einem Feind handelt und die Tageszeitung Sözcü meint, dass die USA schuldig ist, gleichzeitig aber überlegen sein will.

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