Türkei droht USA: Wir werden in Manbidsch eingreifen

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Türkei droht USA: Wir werden in Manbidsch eingreifen

12. Februar 2018 - 19:45
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Seit die USA die Terrororganisation YPG in Nordsyrien weiterhin mit schweren Waffen beliefert, nehmen die Spannungen zwischen Ankara und Washington zu. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sieht die Beziehungen zu den USA nun an einem "kritischen Punkt" angelangt. Wenn die USA nicht das geforderte umsetzt, werde man in Manbidsch selbst einschreiten.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu ruft in Istanbul die USA zur Entscheidung auf

Ankara / TP - Seit die USA die Terrororganisation YPG in Nordsyrien weiterhin mit schweren Waffen beliefert, nehmen die Spannungen zwischen Ankara und Washington zu. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sieht die Beziehungen zu den USA nun an einem "kritischen Punkt" angelangt. Wenn die USA nicht das geforderte demnächst umsetzen, werde man in Manbidsch selbst einschreiten.

Der Konflikt der Türkei mit der Terrororganisation YPG in Nordsyrien verschärft die Spannungen zwischen den USA und der Türkei immer weiter an. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sieht das Verhältnis zu den USA inzwischem an einem "kritischen Punkt" angelangt, in der sich die USA jetzt entscheiden müsse. "Entweder verbessern wir die Beziehungen oder diese Beziehungen werden demnächst völlig zusammenbrechen." sagte Çavuşoğlu und fügte hinzu: "Wir werden in Manbidsch einschreiten". Die USA müssten konkrete Schritte unternehmen, um das Vertrauen der Türkei daher so schnell wie möglich zurückzugewinnen, sagte der Außenminister in Istanbul während einer Konferenz mit Führern afrikanischer Länder.

Çavuşoğlu warf zudem den USA vor, die Bekämpfung der Terrormiliz IS lokal völlig eingestellt zu haben. Es sehe danach aus, dass die USA etwas in der Hinterhand behalten wolle, um einen Vorwand für die weitere Zusammenarbeit mit der YPG zu gewährleisten. Ausserdem gebe es hinreichende Erkenntnisse darüber, dass die YPG gefangen genommene Dschihadisten der Terrormiliz IS (DAESH) freilasse und in ihren eigenen Einheiten einsetze. Was die USA oder die YPG mache, dass werde die Türkei nicht tun. Wer als Terrorist gefangen genommen werde, der werde auch rechtlich belangt werden, so der Außenminister weiter.

Was auch immer die USA oder die YPG unternehme, wer auch immer ihnen den Rücken stärke, um den Fortschritt der türkischen Truppen und Milizen der Freien Syrischen Armee (FSA) zu verhindern, man werde nicht davon abrücken, die Operation im Distrikt Afrin erfolgreich zu beenden. Vielmehr werde man noch entschiedener gegen die YPG vorgehen, bis man Afrin befreit habe.

Am 20. Januar startete die Türkei die Operation "Olivenzweig" mit dem Ziel, dass von der Terrororganisation YPG kontrollierte Distrikt Afrin in Nordsyrien zu befreien. Ferner droht die Türkei den USA, sollte sie die YPG weiterhin unterstützen, mit dem Einmarsch in die YPG-Hochburg Manbidsch, wo auch US-Truppen stationiert sind.

Seit vergangenem Freitag ist auch der ehemalige Vorsitzende der syrischen Partei der Demokratischen Union, Salih Muslim, auf die türkische Fahndungsliste der meist gesuchten Terroristen gesetzt worden. Muslim wird dort mit Top-Terroristen der Terrormiliz IS, PKK oder DHKP-C aufgeführt. Seit 2016 bestand bereits ein Haftbefehl gegen den Führer der PYD, einer Partei, die 2003 von der Terrororganisation PKK in Nordsyrien ausgerufen wurde. Die PYD selbst gründete daraufhin den bewaffneten Arm der Partei, die YPG.

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