Dämonologie „Pure Perversion“ von Serap Güler in Facebook gelöscht

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Dämonologie „Pure Perversion“ von Serap Güler in Facebook gelöscht

12. April 2018 - 07:15
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Der Anti-Kopftuch-Beitrag von NRW-Integrationssekretärin Serap Güler (CDU) wurde im sozialen Netzwerk Facebook gelöscht.

Dämonologie „Pure Perversion“ von Serap Güler in Facebook gelöscht

Düsseldorf / TP - Der Anti-Kopftuch-Beitrag von NRW-Integrationssekretärin Serap Güler (CDU) über das Tragen von Kopftüchern bei Mädchen unter 14 Jahren wurde im sozialen Netzwerk Facebook gelöscht. Anscheinend fiel es dem roten Stift zum Opfer. Im Kurznachrichtendienst Twitter ist ihr Anti-Kopftuch-Tweet jedoch erhalten geblieben.

NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler hatte zuvor erklärt: "Einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, ist pure Perversion. Das sexualisiert das Kind. Dagegen müssen wir klar Position beziehen." Die BILD-Zeitung zitierte Güler und berichtet: "Lehrer beobachten an den Grundschulen immer häufiger, dass schon siebenjährige Schülerinnen mit Kopftuch in den Unterricht kommen." In Ausnahmefällen erschienen sogar schon Kinder mit Kopftuch in den Kitas. Laut einem Interview der WAZ sagte Güler zudem:

Wir nehmen natürlich alle Argumente ernst, die gegen ein Kopftuchverbot sprechen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass gerade in Vierteln mit hohem Migrantenanteil bestimmte Eltern für die Schule mit guten Worten gar nicht erreichbar sind. Es gibt viele Grundschullehrer, die mir sagen: Bitte schafft endlich eine klare Regelung, weil wir neben all unseren Aufgaben nicht auch noch die Kopftuch-Frage in jeder einzelnen Familie moderieren können.

Mit der Debatte erwägt auch Nordrhein-Westfalen ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. Kinder dürften nicht dazu gedrängt werden, aus religiösen Gründen ein Kopftuch zu tragen, erklärte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am Samstag in Düsseldorf. Der Islamrat kritisierte das Vorhaben und nannte die Debatte „populistisch, symbolgeladen und inhaltsleer“. Am Montag sprachen sich auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), und die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, gegen ein Verbot aus. Es sei verfassungsrechtlich bedenklich und hätte zudem Konsequenzen für andere religiöse Jungen und Mädchen.

Über wie viele Kopftruch-tragende "Mädchen" Serap Güler hierbei ausgeht, ist jedoch subtiler Natur: "Das Phänomen wird immer sichtbarer. In Ausnahmefällen erscheinen sogar schon Kindergartenkinder mit Kopftuch in den Kitas." Schulvertreter wie die Vorsitzende des Grundschulverbands NRW erklärten hingegen, es gebe keine bedeutsame Veränderung, die man dahingehend wahrgenommen habe. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch der Gesamtschulenverband in Nordrhein-Westfalen.

Solidarisch betätigen sich hingegen in Österreich die jüdischen Spitzen zum dortigen Vorhaben für ein Kopftuch-Verbot: Die religiösen Spitzenvertreter der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) haben angesichts des geplanten Kopftuchverbots in Österreich das Tragen der Kippa verteidigt. "Die Frage, ob nach dem jüdischen Religionsgesetz Männer die Pflicht haben, eine Kopfbedeckung zu tragen, ist eindeutig zu bejahen", stellten Oberrabbiner Arie Folger und Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister am Montag in einer Presseerklärung fest. "Das Tragen einer Kopfbedeckung soll uns die immerwährende Präsenz Gottes vergegenwärtigen", erklärten die Rabbiner der IKG weiter und verwiesen auf die jüdischen Religionsgesetze. Es handle sich bei der jüdischen Kopfbedeckung nicht um ein einfaches Symbol oder Brauchtum, sondern um ein Gebot für religiöse männliche Juden ab dem dritten Geburtstag, betonte auch IKG-Präsident Oskar Deutsch: "Das Recht, eine Kippa zu tragen, steht unter dem verfassungsgemäßen Schutz der Religionsfreiheit."

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