Eklat: Griechische Seite kritisiert UN-Vermittler

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Eklat: Griechische Seite kritisiert UN-Vermittler

12. Mai 2017 - 20:02
Kategorie:
0 Kommentare

Mit einem neuen Vorstoß will die griechisch-zypriotische Regierung den UN-Sondervermittler Eide das Vertrauen entziehen und die Verhandlungen mit der türkisch-zypriotischen Seite aussetzen. Die Türkei setzt jedoch auf weitere Verhandlungen, um in Gegenzug die Wasserversorgung aufrechtzuerhalten.

Eklat: Griechische Seite kritisiert UN-Vermittler

Nikosia / TP - Erneut versucht die griechisch-zypriotische Regierung die Verhandlungen mit der türkisch-zyprischen Regierung auszusetzen. Diesmal soll aber der norwegische UN-Sondervermittler Espen Barth Eide der Grund dafür sein, dass die Verhandlungen ausgesetzt werden. Die Inselgriechen werfen dem Norweger vor, nicht bei der Sache zu sein, für seine politischen Ambitionen in Norwegen mehr Zeit aufzuwenden und seine Neutralität eingebüßt zu haben. 

Die türkisch-zyprische Seite setzt weiterhin auf Verhandlungen und erhält durch die türkische Regierung nun auch ein Druckmittel: die Wasserversorgung der griechischen Seite. Die Fronten sind bereits durch die Inanspruchnahme der Ausbeutung fossiler Ressourcen im Mittelmeer seit Wochen verhärtet, was die Wiedervereinigung in weite Ferne rückt.

Nicht unerheblich dazu trägt aber der griechisch-zypriotische Präsident Anastasiades sowie der griechische Premier Alexis Tsipras bei, die den UN-Sondervermittler Eide ins Gespräch brachten und seine Objektivität in Abrede stellen und somit die Verhandlungen zur Wiedervereinigung verhindern. Ist der Sondervermittler weg, gibt es auch keinen Verhandlungsführer und somit auch keine Wiedervereinigung, zumindest auf lange Sicht. Das trifft vor allem den Norden des Landes, die weiterhin durch Embargos von der Türkei abhängig gemacht wird.

Die Türkei widerum hat nun ein Druckmittel, womit sie der griechischen Seite die Verhandlungen aufzwingen könnte. Die türkisch-zypriotische Norden ist bereits durch eine unterseeische Pipeline mit dem türkischen Festland verbunden und wird mit Frischwasser versorgt. Der Süden dagegen hat Schwierigkeiten die Wasserversorgung im Land aufrechtzuerhalten. Der türkische Minister für Forstwirtschaft und Gewässer Eroglu, der auf dem 4. Internationalen Wasserforum in Istanbul genau das ansprach, erklärte, dass die Versorgung des Südens ebenfalls im Raum stehe, sofern die Gegenseite auf sie zukomme.

Eroglu erklärte, dass die griechische Seite bereits eine Anfrage gestellt habe, ob man den Süden der Insel ebenfalls mitversorgen könne und fügte hinzu: "Wenn sie einen Schritt auf uns zukommen, werden wir auf sie zurennen. Das zweitägige Forum, das heute zu Ende geht, steht unter dem Motto "Wasser und Frieden."

Bereits im Oktober 2015 hatte die erste von der Türkei ausgehende Frischwasserpipeline Nordzypern erreicht. Das Wasser, das aus der türkischen Provinz Mersin stammt, wird im Rahmen des Projekts zur Wasserversorgung Nordzyperns, auf die Insel geleitet. Die Türkei, die seit der Ausrufung der TRNC (Türkische Republik Nordzypern) eine Garantiemacht für die Insel einnimmt, hatte bereits seit längerer Zeit geplant, die Insel, die lediglich über geringe eigene Wasservorkommen verfügt, mit Wasser zu versorgen. 

weitere Informationen zum Artikel