Die Affinität zwischen Rechts- und Linksextremismus

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Die Affinität zwischen Rechts- und Linksextremismus

12. Mai 2018 - 21:26
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Die Anziehungskraft und Schnittpunkte zwischen Rechts- und Linksextremismus in Deutschland ist doch geradezu paradox. Will z.B. die AfD-Jugend in einer Stadt gegen einen Neubau einer DITIB-Moschee protestieren, steht ein "Bündnis" auf der Matte, die doch zuvor noch die DITIB selbst scharf kritisiert hat und deren einzelne Partner womöglich auch mit Brandanschlägen indirekt etwas zu tun haben.

Stuttgart - Die Affinität zwischen Rechts- und Linksextremismus

Kommentar - Die Anziehungskraft und Schnittpunkte zwischen Rechts- und Linksextremismus in Deutschland ist doch geradezu paradox. Will z.B. die AfD-Jugend in einer Stadt gegen einen Neubau einer DITIB-Moschee protestieren, steht die Antifa auf der Matte und stellt sich gegen diese, die doch zuvor selbst noch die DITIB selbst scharf kritisiert hat und womöglich auch mit Brandanschlägen indirekt etwas zu tun hat.

Wie man auch immer zur DITIB steht, die AfD oder die linke, kommunistische wie sozialistische Szene mitsamt ihren ausländischen Mitstreitern, zeigen eigentlich allzudeutlich, was sie von der DITIB halten. Nicht so, wenn die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative Stuttgart, gegen eine geplante Modernisierung einer Moschee protestieren wollen, die bereits seit Jahrzehnten steht, jedoch dem modernen Stadtbild angepasst werden soll. 

Der Protest richtet sich also gegen eine Modernisierung, gegen eine Aufwertung des Viertels insgesamt, in der bereits seit Jahren ringsrum neue Bürobauten aus dem Boden gestampft wurden. Insofern ist die Aktion der AfD-Jugend völliger Blödsinn und keineswegs rational zu erklären, höchstens, man hat es auf die DITIB selbst abgesehen, die man politisch ausschlachten kann.

Paradox wird es dann, wenn die linke, kommunistische wie sozialistische Szene sich gegen den Protest der AfD-Jugend erhebt und eine Gegenkundgebung anberaumt. Das "Stuttgart gegen Rechts" Bündnis will "rechtspopulistische Kräfte" daran hindern, dass sie in Stuttgart Fuß fassen - ausgerechnet in Zusammenhang mit der DITIB, die von einzelnen Bündnispartnern ja als verlängerter Arm Erdogans betrachtet und kriminalisiert wird. Auch das ist nicht rational zu erklären.

Da drängt sich einem die Frage auf, welchen Standpunkt das Bündnis bzw. einzelne Partner nun wirklich vertreten. Noch vor kurzem verurteilte und kriminalisierte man die DITIB-Moscheen und die türkische Gemeinde aufgrund ihrer mutmaßlichen Haltung zu Afrin, brachte das in unzähligen Kundgebungen in Stuttgart auch unmissverständlich zum Ausdruck, bis hin zu der Forderung gegenüber der Stadt, den Moscheegemeinden ihr Vertrauen abzusprechen. Und im nächsten Augenblick stellt man sich vor Moscheegemeinden um den Rechtsruck in der Stadt zu verhindern? Wie passt das eigentlich zusammen?

Es ist doch unübersehbar, dass die beiden Lager ihren gesellschaftlichen "Kampf" auf dem Rücken der DITIB und der türkischen Gemeinschaft austragen, während die türkische Community gelangweilt ihren täglichen Bedürfnissen nachgeht, auch an diesem Samstag, an dem die AfD-Kundgebung in Stuttgart stattfand. 

Das Bündnis wurde von der DITIB oder irgend einem innerhalb dieser türkischen Gemeinde in Stuttgart jedoch nicht beauftragt oder gebeten, sich für sie einzusetzen. Warum denn auch, nach all dem, was man zuvor von ihnen gehört und gesehen hat? Trotzdem stellt sich dieses Bündnis dazwischen, was nur bedeuten kann, dass man daraus Kapital herausschlagen will.

Das selbe konnte man jüngst in Solingen beobachten. Die geplante Rede des türkischen Außenministers Cavusoglu zum Jahrestag des Brandanschlags in Solingen zeigte die Mentalität erneut auf, die den Türken zuwider ist. Nicht nur, dass die Rede des türkischen Außenministers als Wahlkampfveranstaltung denunziert wurde, sogar auf höchster politischer Ebene, man setzte sich sogar gegen den Wunsch der Angehörigen der Opfer ein, die einen hohen türkischen Besuch ausdrücklich gewünscht hatten. Auch hier gab sich das linke wie sozialistische Lager in ihrer Kritik zum Besten, wird aber wie jedes Jahr den Gedenktag für sich vereinnahmen und Kapital daraus schlagen - gegen den angeblichen Rechtdruck. 

Dabei ist es doch die Affinität zwischen Rechts- und Linksextremismus so offensichtlich und die Leidtragenden sind wieder die Türken, ihre Moscheen sowie Gemeinden und Vereine. Das zeigt auch, wer in Deutschland angekommen ist und wer noch immer im Lagerdenken verharrt. Das wird unter anderem durch Existenzängste genährt, der sogenannten berühmt berüchtigten "German Angst". Das politische Geschehen sowie gesellschaftliche Entwicklungen werden herangezogen, um Ängste zu schüren.

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