Türkei - Rechtzeitig zum Ferienende 217 Schulen fertig

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Türkei - Rechtzeitig zum Ferienende 217 Schulen fertig

12. September 2017 - 00:29
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Noch rechtzeitig zum Ende der Schulferien in der Türkei, wurden 217 Schulen wiederaufgebaut und Schäden beseitigt, die während der von der PKK angestifteten Unruhen zwischen Ende 2015 und Anfang 2016 in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Eine während der Unruhen beschädigte Schule

Diyarbakir / TP - Die Unruhen im Südosten des Landes Ende 2015 bis Anfang 2016 beschäftigte das Land mehr als 6 Monate. Während sich türkische Sicherheitskräfte mit bewaffneten Gruppierungen der Terrororganisation PKK erbitterte Straßenschlachten lieferten, zerstörten oder beschädigten Ableger der PKK, darunter sogenannte Jugendverbände zahlreiche Schulen in Diyarbakır, Şırnak, Hakkâri, Yüksekova, Nusaybin, Silopi, Cizre, İdil oder Silvan. Ihr Ziel war es, die staatlichen Schuleinrichtungen in Schutt und Asche zu legen und so den Einfluss des Staates zu verringern.

Rund 40.000 Schüler und Schülerinnen der Grund- und weiterführenden Schulen waren gezwungen, bislang in behelfsmäßigen Containern oder Ausweicheinrichtungen den Schulalltag zu meistern. Zum einen war es der Komunalpolitik der HDP-geführten Stadtverwaltungen geschuldet, dass die Schuleinrichtungen bislang nicht ihren Dienst wiederaufnehmen konnten oder die Einrichtungen mit staatlichen Mitteln repariert wurden. Zum anderen ebbte die Gewalt nicht ab. Immer wieder wurden behelfsmäßig reparierte oder bislang verschonte Schulen durch Brandanschläge oder Vandalismus in Mitleidenschaft gezogen.

Bis zuletzt verweigerten zahlreiche pronationalisch-kurdisch geführte Bürgermeisterämter der HDP nicht nur die Behebung der Schäden, sie unterließen es auch, teilweise die städtische Ordnung wieder aufzunehmen. Die Folgen waren nicht nur, dass die städtische Müllabfuhr ihren Dienst nicht verrichtete, Müllberge sich am Straßenrand türmten, sondern immer mehr Familien sich darüber beklagten, dass die Stadtverwaltungen nicht dem Bildungsauftrag nachkommen.

Kurz nach dem gescheiterten Putschversuch, also knapp ein Jahr nach den Unruhen von 2015, wurden daraufhin Bürgermeister, die der pronationalistisch-kurdischen Partei HDP angehören, von Provinzverwaltungen durch eingesetzte Treuhänder Zug um Zug und situationsbedingt ersetzt, nach dem die Beschwerden in den betroffenen Städten ein unerträgliches Ausmaß angenommen hatten. Seitdem wurden in zahlreichen Gemeinden oder Städten Bürgermeister von ihren Ämtern enthoben, die seit den Unruhen von Ende 2015 bis Anfang 2016 demonstrativ die öffentliche Ordnung nicht wieder hergestellt hatten.

Seitdem sind laut türkischen Medien am Montag inzwischen 217 Schulen und Schuleinrichtungen wiederaufgebaut oder die Schäden beseitigt worden. Allein in der süöstlichen Metropole Diyarbakır, in der die HDP-Oberbürgermeisterin Gültan Kışanak lange Zeit untätig blieb, wurden so unter dem Treuhänder Cumali Atilla 32 Schulen wiederaufgebaut und sollen laut Medienberichten pünktlich zum Schulanfang 2017/18 bereitstehen. 

Kışanak wurde am 25. Oktober 2016 festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu werden ihr Verbindungen oder Kontakte zur PKK und die Beteiligung am Versuch der Störung der öffentlichen Ordnung sowie Versuch der Anstiftung zur Abschaffung der staatlichen Ordnung während der Unruhen von 2015/2016 vorgeworfen. 

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