Syrien: Türkei und Russland setzen Waffenruhe in Aleppo durch

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Syrien: Türkei und Russland setzen Waffenruhe in Aleppo durch

Dezember 13, 2016 - 22:15
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Seit ca. 21 Uhr herrscht Waffenruhe. UN-Hochkommissar für Menschenrechte erklärte, Meldungen über Massaker an der Zivilbevölkerung in Aleppo müssten ernstgenommen werden. Syrische Beobachter hatten im laufe des Tages über Massenerschießungen in den vom syrischen Regime eingenommenen Vierteln von Aleppo berichtet. Die Türkei forderte eine sofortige Waffenruhe. Erdogan nahm Kontakt mit dem künftigen Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres auf, um eine eine ausserordentliche UN-Versammlung zu Aleppo einzurichten. Inzwischen melden türkische Medien, dass die Vermitllungsversuche des türkischen Aussenministeriums zwischen dem syrischen Assad-Regime, Russland und den oppositionellen Milizen gefruchtet hat. Laut diesen Meldungen soll die Zivilbevölkerung sowie die Miliz-Kämpfer freier Abzug aus der Stadt gewährt werden.

Syrien: Türkei und Russland setzen Waffenruhe in Aleppo durch

Ankara / TP - Unter türkischer und russischer Vermittlung ist in Aleppo ein Waffenstillstand zwischen dem syrischen Assad-Regime und den oppositionellen Milizen vereinbart worden. Das türkische Aussenministerium gab dies kurz zuvor bekannt. Laut internationalen Medien sind seit 21 Uhr Europäischer Zeit keine Bomben mehr auf Aleppo gefallen, die Waffen schweigen zum Großteil. Mit der Feuerpause sollen zuerst die umzingelten Zivilbürger evakuiert und in Viertel von Aleppo Schutz suchen, die von der Freien Syrischen Armee kontrolliert wird.

Die unter anderem zwischen der Türkei und Russland in den Nachmittagstunden aufgenommenen Gespräche führten gegen 19 Uhr zu einem Ergebnis. Darin konnte in den umzingelten Gebieten die sichere Evakuierung der Zivilbürger vereinbart werden. Der Übereinkunft nach sollen zuerst die in der Region eingeschlossenen Zivilisten in den Westen Aleppos gebracht werden. Hierfür wurden in das Gebiet Busse entsandt. Die Übereinkunft sieht ferner für die zweite Phase den Abzug der bewaffneten Oppositionellen aus dem Osten des Stadtzentrums vor. Ein Großteil der oppositionellen Milizen der Freien Syrischen Armee (FSA) akzeptierten indes den Abzug aus der Stadt.

Unterdessen hat der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Berichte über Massaker an der Zivilbevölkerung in Aleppo durch Einheiten des syrischen Regimes bestätigt. Es seien ernstzunehmende Meldungen über Massaker an der Zivilbevölkerung in Aleppo durchgesickerten, die glaubhaft sind, sagte der UN-Hochkommissar. Im Verlaufe des Tages meldeten unabhängige syrische Informationsstellen übereinstimmend über Massaker an der Zivilbevölkerung in unterschiedlichen Vierteln von Aleppo. 

Der stellvertretende Ministerpräsident Mehmet Simsek erklärte, dass die Türkei eine Zeltstadt im Südwesten von Aleppo im rund 50km. entfernten Idlib zur Verfügung stellt, um die rund 80.000 Flüchtlinge aus der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo aufzunehmen. Erwartet werden nach Angaben der Behörden bis zu 60.000 Flüchtlinge aus Aleppo. Der türkische Katastrophenschutz AFAD sowie die Hilfsorganisation IHH meldeten zusammen mit weiteren 11 türkischen Hilfsorganisationen, dass die Vorbereitungen für die Aufnahme der Flüchtlinge aus Aleppo abgeschlossen sind.

In der Türkei wurden nach den Berichten über Massaker an der Zivilbevölkerung in Istanbul, Ankara, Gaziantep und an der türkisch-syrischen Grenzstadt Kilis Demonstrationen ausgerufen.
 

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