Terroristen verhandelten mit Terroristen Abzug aus Rakka

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Terroristen verhandelten mit Terroristen Abzug aus Rakka

14. November 2017 - 14:17
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Mit Wissen der USA haben die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) mit der Terrormiliz IS einen Abzug ausgehandelt. Bilder und Videos bestätigen nun die Vorwürfe von Russland und der Türkei, die US-Koalition schiebe nur das Terrorproblem vor sich her.

IS-Konvoi zieht aus Rakka aus

Rakka / TP - Laut einem jüngsten Bericht des britischen Senders BBC, gelang es offenbar Terroristen der Terrormiliz Islamischer Staat (DAESH) der kontrollierte Abzug aus der umkämpften einstigen IS-Hochburg Rakka, bevor Milizen der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) die syrische Stadt einnehmen konnten. Darüber war auch die USA informiert. Bereits zuvor hatten Russland und die Türkei der USA vorgeworfen, den Terrorismus im Irak oder Syrien nur zu verlagern.

Dem Bericht der zufolge, gab es ein Geheimabkommen zwischen lokalen Kräften der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die in der Mehrheit aus Terroristen der Terrororganisation YPG besteht, und Terroristen des Islamischen Staates. Dabei ging es um den freien Abzug aus der umkämpften und belagerten nordsyrischen Stadt Rakka (ar-Raqqa). Hochrangige Mitglieder der IS in der Stadt Rakka sollen mit ranghohen Vertretern der YPG den Abzug ausgehandelt haben. Die abgezogenen Kräfte der IS könnten nach Ansicht der BBC zurück nach Europa gelangen.

Die US-Regierung bestätigte nun den Deal zwischen der YPG, SDF und der IS. Washington war demnach über den Deal informiert. Türkischen Medien zufolge habe der Sprecher des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums den Deal ebenfalls bestätigt. Es sei eine "lokale Lösung für ein lokales Problem" gewesen, so der Sprecher. Mitte Oktober hatten türkische wie russische Medien berichtet, dass die IS-Terroristen mit angemieteten Bussen und Lastkraftwagen aus der Stadt eskortiert wurden. Es soll sich um etwa 250 IS-Terroristen sowie über 3.500 Angehörige handeln. Laut BBC war der Konvoi acht Kilometer lang. BBC zufolge könnten die eskortierten IS-Terroristen, die zum Teil auch aus Europa stammen, nun die Flucht nach Europa antreten. Die Türkei habe einen merklichen Anstieg von Festnahmen an der Grenze festgestellt, einer der Hauptrouten nach Europa, über die IS-Terroristen aus Europa in die Bürgerkriegsregion gelangten und nun zurückgehen könnten.

In der Vergangenheit hatte die USA die Vorwürfe abgestritten. Verteidigungsminister Jim Mattis betont immer wieder, in Syrien und im Irak werde ein "Vernichtungskrieg“ gegen die "Gotteskrieger“ geführt, mit dem IS-Terroristen die Flucht ins Ausland unmöglich gemacht werden solle. Im türkischen Staatsfernsehen TRT sprach man von einer "schmutzigen Vereinbarung“ zwischen der YPG sowie SDF und dem "Islamischen Staat“, die mit Wissen der USA ausgehandelt worden sei.

Mitte 2013 nahm die IS die Stadt ein, nach dem sie sich mit der Freien Syrischen Armee (FSA) heftige Kämpfe lieferte. Danach wurde die Stadt von der IS zur Hochburg ausgebaut und diente bis Anfang Oktober als wichtigster Stützpunkt. Seit Ende Mai 2016 starteten von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), darunter die YPG mehrere Großoffensiven gegen die Terrororganisation. Die SDF wurde dabei von der US-Luftwaffe unterstützt. Anfang November 2016 begannen 30.000 Kämpfer der YPG erneut mit dem direkten Angriff gegen Rakka, was schnell zum erliegen kam. Im April 2017 hielten sich in Raqqa nach Schätzungen noch etwa 100.000 Zivilisten und 5.000 IS-Kämpfer auf, darunter 1.500 ausländische Freiwillige. Wie die meisten IS-Terroristen die Flucht aus der von SDF-belagerten Stadt gelingen konnte, ist bislang nicht bekannt.

Im Juni 2017 begannen die Milizen der YPG zusammen mit kleineren SDF-Einheiten mit Luftunterstützung der Koalitionstruppen die Stadt zu stürmen, am 17. Oktober gab man die Eroberung bekannt. Nach dem mehrmonatigem Kampf und mehr als 4.500 Luftangriffen auf das Stadtgebiet sind etwa 1000 Zivilisten getötet worden und ein bedeutender Teil der Infrastruktur ist zerstört.

Die YPG ist der bewaffnete Arm der "Partei der Demokratischen Union" (PYD) in Syrien. Die Partei gilt als der Terrororganisation PKK auf ideologischer Ebene nahestehend. Die Partei wurde im Jahre 2003 auf Beschluss der PKK hin gegründet.

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