Türkei warnt vor den Folgen eines Krieges auf dem Reißbrett

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Türkei warnt vor den Folgen eines Krieges auf dem Reißbrett

15. Februar 2016 - 21:41
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Der Stellvertretender Ministerpräsident Numan Kurtulmuş hat die im syrischen Konflikt beteiligten Parteien davor gewarnt, einen Krieg auf dem Reißbrett zu zeichnen. Die Folgen wären unvorhersehbar, sagte Kurtulmuş weiter.

Numan Kurtulmuş, der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei warnte während einer Sondersendung des TV-Kanals A-Haber die USA, Russland und alle anderen Parteien vor einem Krieg auf dem Reißbrett im Mittleren Osten. Alle Parteien müssten sich dazu aufraffen, dieses Spiel zu beenden. Andernfalls wären die Folgen unabsehbar. Ausserdem warnte Numan Kurtulmuş in Anlehnung an die USA und Russland, der Türkei vorschreiben zu wollen, wie man den Konflikt im Nachbarland zu begegnen habe. Vor allem dann nicht, wenn einerseits der Islamische Staat, (IS) und anderseits die PYD mit ihrem militärischen Arm YPG Grenzverstöße und Angriffe unternehme. Die Situation trage im erheblichem Maße dazu bei, die innere Sicherheit des Landes zu gefährden.

Zeitungsberichte über eine anbahnende gemeinsame Bodenoffensive mit den Saudis dementierte Numan Kurtulmuş. Solche Pläne würden nicht existieren. Die türkische Tageszeitung Takvim berichtete indes heute, das 90 türkische Elite-Soldaten über das Wochenende hinweg in syrisches Gebiet einmarschiert seien. Bei der Operation sollen mindestens 315 YPG-Kämpfer getötet worden sein. Die Angaben wurden durch die Regierung in Damaskus zum Teil bestätigt. Unterdessen tragen Äusserungen aus Russland nicht gerade dazu bei, die Situation zwischen der Türkei und Russland zu entschärfen. In einer Erklärung gegenüber RIA Novosti sagte Konstantin Kosaczew, u.a. der Vorsitzende der russischen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, dass der Einmarsch türkischer Bodentruppen in Syrien den Iran und schlimmer, Russland auf den Plan rufen könnte, hier entgegenzuwirken. Wie so etwas aussehen könnte, sagte Kosaczew nicht.

US-Vizepräsident Joe Biden hatte Ministerpräsident Davutoglu am Freitag in einem telefonischen Gespräch dazu aufgerufen, den Artilleriebeschuss gegen Stellungen der YPG an der syrisch-türkischen Grenze einzustellen. Im Gegenzug versicherte Biden einen Stop des YPG-Vormarschers an der syrisch-türkischen Grenze nördlich von Aleppo. Währenddessen meldeten türkische Nachrichtenagenturen, dass die nördlich von Aleppo gelegene syrische Stadt Tall Rifat
zu 70 Prozent durch die YPG eingenommen ist. Die Türkei will unter allen umständen eine Einnahme von Tall Rifat und Azaz verhindern, die noch den letzten verbliebenen Korridor nach Aleppo bildet und deren Fall eine kurdische Region entlang der syrisch-türkischen Grenze bedeuten würde. Ministerpräsident Davutoglu warnte die YPG erneut: "Wenn sie es noch einmal versuchen sollten, werden sie die härteste Reaktion zu spüren bekommen" sagte Davutoglu in einem Interview gegenüber der Daily Sabah.