Zweite Jahrestag des gescheiterten Putsches in der Türkei

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Zweite Jahrestag des gescheiterten Putsches in der Türkei

15. Juli 2018 - 12:32
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Am zweiten Jahrestag des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 wird landesweit an die Opfer des gescheiterten Putschversuch gedacht. 

Zweite Jahrestag des gescheiterten Putsches in der Türkei

Ankara / TP - In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 führten Teile des Militärs den blutigsten Putschversuch in der Geschichte der Türkei aus. Unbewaffnet stellten Menschen sich aufopferungsvoll den schießwütigen und mit Panzern anrollenden Putschisten entgegen. Die Bilanz in der Nacht: 249 Todesopfer, sowie 2193 Verletzte. Daran und an die Opfer wird am zweiten Jahrestag heute landesweit gedacht.

Die Brücke der Märtyrer des 15. Juli, ehemals als Bosporus-Brücke bekannt, wurde an diesem Tag vor zwei Jahren um 21.52 Uhr von den Putschisten besetzt. Damit begann eines der blutigsten Nächte in der Türkei. Zivilisten die sich den bewaffneten Putschisten entgegenstellten, wurden mit Panzern überollt, mit Maschinengewehrsalven niedergestreckt. In Istanbul und Ankara überollten Panzer Fahrzeuge und Zivilisten, die nicht rechtzeitig ausweichen konnten. Menschen wurden erschossen, weil sie sich verbal zur Wehr setzten. Polizeibehörden wurden mit Kampfjets und Kampfhubschraubern angegriffen, das türkische Parlament bombardiert. Erst um 06.15 Uhr des darauffolgenden Tages legten die Putschisten aufgrund des massiven Widerstands, die vom Volk, der Polizei und Gendarmerie ausging, ihre Waffen nieder. 

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ließ am Sonntag über türkische Medien erklären, dass das türkische Volk in der Nacht des 15. Juli nicht nur den Putsch abgewendet habe, sondern auch der Welt gezeigt habe, wie ein Land sich gegen einen gewalttätigen Machtwechsel zur Wehr setzen kann. Erdogan weiter: "Die Türkei hat mit dem Widerstand vom 15. Juli nicht nur den Putsch abgewendet, sondern zugleich auch auf der ganzen Welt die Würde der Demokratie gerettet."

Erstmals sprach auch der türkische Oppositionsführer der Republikanischen Volkspartei, Kemal Kılıçdaroğlu, von einem Putsch, der vom Volk aufopferungsvoll niedergeschlagen worden sei. Bislang hatte Kılıçdaroğlu der Regierung vorgeworfen, den Putsch kontrolliert zugelassen zu haben, wovon er diesmal Abstand nahm. An diesem Jahrestag erklärte Kılıçdaroğlu, dass der "15. Juli nur durch den Willen des Volkes, sich Panzern entgegenzustellen, gerettet wurde. Das Volk hat damit deutlich gemacht, wie sie zur Demokratie steht."
 

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