Ankara investiert über 500 Millionen Dollar in den Südosten

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Ankara investiert über 500 Millionen Dollar in den Südosten

16. März 2018 - 22:10
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Die türkische Regierung hat die Wiederaufbaumaßnahmen von 3.000 Betrieben, Geschäften und Unternehmen im Landkreis Sur der Provinz Diyarbakir im Südosten der Türkei abgeschlossen, die vom PKK-Konflikt im Jahre 2015/2016 betroffen waren. Das teilte das Ministerium für Umwelt und Urbanisierung am Freitag mit.

Ankara investiert über 500 Millionen Dollar in den Südosten

Diyarbakir / NEX – Die türkische Regierung hat die Wiederaufbaumaßnahmen von 3.000 Betrieben, Geschäften und Unternehmen im Landkreis Sur der Provinz Diyarbakir im Südosten der Türkei abgeschlossen, die durch den PKK-Konflikt im Jahre 2015/2016 betroffen waren. Das teilte das Ministerium für Umwelt und Urbanisierung am Freitag mit. Die Betriebe, Geschäfte und Unternehmen waren bei Kämpfen der türkischen Streitkräfte gegen die Terrororganisation PKK zwischen 2015 und 2016 zerstört worden.

In einer Erklärung teilte das Ministerium mit, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan und Umwelt- und Urbanisierungsminister Mehmet Özhaseki an der Wiedereröffnung sowie dem ersten Spatenstich für den Bau von 1.500 traditionellen Diyarbakir-Häusern teilnehmen werden. Das Datum wurde jedoch nicht bekanntgegeben.

Rund zwei Milliarden türkische Lira (etwa 523 Millionen Dollar) seien in den vergangenen zwei Jahren investiert worden, um insgesamt 5.637 Häuser zu bauen, die Infrastruktur wiederherzustellen sowie elf historische Stätten, darunter zwei Kirchen im Bezirk Sur, zu restaurieren. Der Bau der Häuser würde im Juni abgeschlossen sein, heißt es. Mitte November 2017 konnten bereits die ersten 238 Familien in ihre neuen Wohnungen und Häuser in Sur einziehen. Insgesamt sollen in allen Bezirken von Diyarbakir 5.637 neue Wohnungen und Einfamilienhäuser entstehen, die bei Häuserkämpfen stark beschädigt wurden.

Im Jahre 2013 startete die türkische Regierung einen vielversprechenden Friedensprozess (“çözüm süreci”) mit der PKK, um den jahrzehntelangen Konflikt mit der Terrororganisation zu beenden. Bereits 2005 brach der damalige Ministerpräsident Erdogan ein Tabu, indem er bei einem Besuch der mehrheitlich von Kurden bewohnten Provinz Diyarbakir als erster Regierungschef seines Landes von einem “Kurdenproblem” sprach.

Nur durch Schaffung von Wohlstand und den Ausbau der Demokratie könne dieses Problem gelöst werden, so Erdogan damals. Das Militär und die Opposition kritisierten Erdogan für seine Worte und warfen ihm vor, die Einheit des Landes zu gefährden.

Anfang 2009 ging der erste kurdische TV-Sender der Türkei auf Sendung und Erdogan schlug sogar vor, kurdische Ortsnamen für Dörfer wieder einzuführen. Zudem durften Politiker bei Wahlkämpfen auch auf Kurdisch um Stimmen werben und an Universitäten wurden kurdische Sprachinstitute eröffnet.

Der Prozess wurde jedoch im Jahr 2015 beendet, als die PKK ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder aufnahm. Die Terrororganisation befürchtete einen Machtverlust durch den Demokratisierungsprozess und einen “fehlenden Feind”, so Beobachter des Konflikts.

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