• PKK- und YPG-Einheiten bereiten sich im Nordirak auf Kirkuk vor
  • Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden
  • Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden
  • Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden

Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden

16. Oktober 2017 - 20:04
Kategorie:
0 Kommentare

Die kurdischen Peshmergas in Nordirak können es nicht fassen. In nur einem Tag ist die nordirakische Stadt Kirkuk gefallen. Irakische Regierungstruppen nahmen am späten Nachmittag zuletzt den Gouverneurssitz von Kirkuk ein.

Kirkuk: Schockzustand bei irakischen Kurden

Kirkuk / TP - Hunderte Fahrzeuge stehen rund 5km. von der Stadtgrenze von Kirkuk entfernt. Ein heilloses Durcheinander, mittendrin immer wieder kurdische Peschmergas die es nicht fassen können, dass die einst von der kurdischen Regionalregierung beanspruchte Stadt nun in den Händen der irakischen Zentralregierung ist. Sonntagnacht waren erste Einheiten von Regierungstruppen über die Provinzgrenze marschiert, um wichtige strategische Ziele einzunehmen, nach dem ein dreitägiges Ultimatum der Zentralregierung an die Regionalregierung ausgelaufen war.

In der Nacht zum Montag meldeten dann erste kurdische wie irakische Medien, dass es zu Gefechten im Kirkuk gekommen ist, dabei auch Artillerie zum Einsatz kam. In den frühen Morgenstunden waren der Flughafen sowie Militärposten eingenommen, Panzer rückten weiter in die Stadtmitte von Kirkuk ein. Bereits jetzt flohen die ersten losen Einheiten der Peschmergas im heillosen Durcheinander in die Außenbezirke der Stadt. Bilder und Aufnahmen bestätigen, dass die Kommandeure der Peschmergas als erstes das Weite suchten, die zurückgelassenen Einheiten ihnen dann folgten.

In den späten Nachmittagstunden meldeten irakische Regierungstruppen dann die Einnahme des Gouverneurssitz von Kirkuk. Der prokurdische Gouverneur Nadschm Eddin Karim wurde jedoch nicht vorgefunden. Weil dieser den Unabhängigkeits-Referendum der kurdischen Regionalregierung von Masud Barzani vom 25. September in seiner irakischen Provinz unterstützt hatte, wurde er zuvor von der Zentralregierung abgesetzt.

Obwohl Barzani selbst noch in der Nacht die Peschmergas angewiesen hatte, die ölreiche Provinz um jeden Preis zu halten, stehen nun wenige Kilometer vor der Stadtgrenze von Kirkuk Hunderte Fahrzeuge der Peschmergas, die noch aus der Stadt flüchten konnten. Mitten in dem heillosen Durcheinander sieht man den kurdischen Peschmergas an, dass die Einnahme der Stadt durch Regierungstruppen innerhalb weniger Stunden an ihnen nicht spurlos vorüber gegangen ist. Niedergeschlagenheit macht sich breit und die ernüchternde Einsicht, dass die Erwartungshaltung dann doch zu groß war. 

Die irakische Zentralregierung in Bagdad hatte die Offensive gestartet, nachdem die Kurden im Nordirak in einem umstrittenen Referendum für die Unabhängigkeit gestimmt hatten. Stunden vor der Offensive hatte der Irakische Sicherheitsrat den Kurden vorgeworfen, Kräfte der Terrororganisation PKK nach Kirkuk zu verlegen. Dies sei eine "Kriegserklärung“, erklärte der Sicherheitsrat. Das türkische Außenministerium erklärte am Montag nach Berichten über PKK-Kräfte im Nordirak, dass die Türkei bereit sei, mit der irakischen Zentralregierung zusammenzuarbeiten, um die Ordnung in der Provinz Kirkuk wiederherzustellen. Man sei bereit, die irakische Regierung darin zu unterstützen, die Präsenz der PKK auf irakischen Boden zu beenden. Mohammed Fuad Masum, Staatspräsident des Iraks, kurdischer Abstammung und Mitbegründer der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), hat Barzani aufgefordert, die Verfassung des Iraks zu achten.

weitere Informationen zum Artikel
Noch nicht bewertet
Netzfund: