Türkei: Bau einer Kirche steht nichts im Wege

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Türkei: Bau einer Kirche steht nichts im Wege

16. November 2017 - 19:19
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Das Bauvorhaben war mehrere Jahre  von katholischen Priestern blockiert worden. Diese hatten mit einer Klage vor einem türkischen Gericht einen Planungs- und Baustopp erwirkt, der nunmehr auf päpstliche Intervention hin, endlich vom Tisch ist

WEG FÜR BAU EINER CHRISTLICHEN KIRCHE IST IN ISTANBUL IST FREI - Das Bauvorhaben war mehrere Jahre von katholischen Priestern blockiert worden

Endlich, möchte man sagen: Der Streit um die Errichtung einer christlichen Kirche in Istanbul ist zu Ende, der Weg zum ersten Neubau einer christlichen Kirche in der Türkei seit der Republikgründung ist frei.

Aber, es waren im Grunde nicht etwa türkische Behörden, die den Bau der christlichen Kirche jahrelang blockiert hatten, sondern katholisch-christliche Priester!

Türkische Behörden hatten die Pläne der christlichen Kirchengemeinde „Syrische Kirche der Jungfrau Maria" schon vor Jahren genehmigt. Die syrischen Christen wollten im Istanbuler Stadtteil Yeşilköy auf dem Gelände eines ehemaligen christlichen Friedhofs eine Kirche errichten, hatten dazu die Kosten von rund 1,5 Millionen US-Dollar weitgehend aus Spenden gesammelt. Allein christlich-gläubige Menschen aus der türkischen Provinz Mardin, im Südosten des Landes, hatten mit ihren Spenden allein 200.000 Euro hierzu beigetragen.

Doch dann wurde die Umsetzung des Projekts durch den von einem türkischen Gericht verordneten Baustopp unterbrochen. International wurde das Urteil hart kritisiert, konservative Christen sahen sich in ihren Vorurteilen gegen Muslime und deren angebliche Unterdrückung der Christen in der Türkei bestätigt.

Doch, wer es wissen wollte, hatte schon lange davon Kenntnis: Das türkische Gericht handelte seinerzeit auf die Klage katholischer Geistlicher hin. Im Auftrag Derer hatte der katholische Priester Pawel Symalaza eine Klage gegen den Bau der Kirche aufgrund von Eigentumsrechten eingereicht. 

Nunmehr jedoch ist der Einspruch der katholischen Priester, sogar kirchlich-katholisch fast "höchst-instanzlich", vom Tisch: Papst Franziskus nämlich, das irdische Oberhaupt der katholischen Kirche, hat den Bau einer syrischen Kirche an Stelle des ehemaligen „katholischen Friedhofs" in Istanbul bestätigt, erklärte der Botschafter des Vatikan, Paul Russell, in Istanbul.

Wie bereits angemerkt, es wird der erste komplette Neubau einer christlichen Kirche in der Türkei seit Gründung der türkischen Republik sein. Zuvor, auch das ist wohlweislich erwähnenswert, waren schon zahlreiche bestehende christliche Kirchen in der Türkei nicht nur wieder ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt, sondern mit finanziellen Zuschüssen der türkischen Seite baulich restauriert und wiederhergestellt worden.

Momentan leben allein rund 25.000 syrische Christen in der Türkei - 18.000 davon in Istanbul. Allerdings gibt es dort auch zahlreiche weitere Menschen christlichen Glaubens, auch unter den immer zahlreicher werdenden Residenten aus Deutschland in der Region der türkischen Riviera. Dort werden beispielsweise seit Jahren in Antalya und Alanya, zusätzlich auch Bursa und Izmir, sowie Istanbul, Ankara und Antakya, christlich-überkonfessionelle Gottesdienste angeboten.
 

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