Erdogan reißt noch das Ruder um: Idlib vorerst sicher

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Erdogan reißt noch das Ruder um: Idlib vorerst sicher

17. September 2018 - 22:19
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Der syrische Bürgerkrieg wäre beinahe um ein weiteres blutiges Schlachtfeld reicher, doch nun hat der türkische Staatspräsident Erdogan mit dem russischen und iranischen Amtskollegen Putin und Rohani ein Kompromiss ausgehandelt. 

Erdogan reißt noch das Ruder um: Idlib vorerst sicher

Sotchi / TP / NEX24 - Der syrische Bürgerkrieg wäre beinahe um ein weiteres blutiges Schlachtfeld reicher, doch nun hat der türkische Staatspräsident Erdogan mit dem russischen und iranischen Amtskollegen Putin sowie Rohani ein Kompromiss ausgehandelt. Laut türkischen Medienberichten soll das von Rebellen besetzte Gouvernement Idlib im Nordwesten von Syrien entmilitarisiert werden. Seit einem knappen Jahr sichert die türkische Armee mit 14 Militärposten eine Deeskalationszone entlang des Gouvernement Idlib.

Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin einigten sich am Montag darauf, bis zum 15. Oktober rund um Idlib eine entsprechende entmilitarisierte Zone einzurichten. Laut russischen Medienberichten handelt es sich um eine 15 bis 20 Kilometer breite Zone, die einerseits vom türkischen Militär, anderseits von russischen Kräften gemeinsam kontrolliert werden soll. Schwere Waffen der Rebellen sollen aus dieser Zone abgezogen werden.

"Die Einzelheiten zu diesem Thema werden in den folgenden Stunden mit der syrischen Seite abgestimmt“, sagte der russische Verteidigungsminister Sergey Shoigu den Reportern nach dem Treffen zwischen Erdogan und Putin im russischen Sotchi.

Im Anschluss an das Treffen unterzeichneten Ankara und Moskau eine Absichtserklärung, in der die Stabilisierung der Lage in der Deeskalationszone Idlibs gefordert wird und in der Kampfhandlungen unterbunden werden sollen.

"Ich denke, dass wir mit diesem Memorandum eine große humanitäre Krise in Idlib verhindert haben“, betonte Erdogan nach dem Treffen. "Ich glaube, dass nicht nur unsere Region, sondern auch die Augen der ganzen Welt jetzt auf Sotschi gerichtet sind“, sagte Erdogan weiter und fügte hinzu, dass die Ergebnisse der Gespräche in Sotschi der Region neue Hoffnung bringen werden.

Putin erklärte in Sotchi, dass die Einrichtung der Zone mit dem Abzug von bewaffneten Gruppen, einschließlich der al-Nusra-Front, einhergehen würde. Erdogan seinerseits sagte dazu, dass "Terrornester“ östlich des Euphratflusses die "größte“ Bedrohung für die Zukunft Syriens seien.

Beziehungen zwischen der Türkei und Russland „entwickeln sich positiv“

Putin sagte, die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland „entwickeln sich positiv“.

„Was den Handel betrifft, so wächst er stark. Unsere Beziehungen verbessern sich auch in Bezug auf die regionale Sicherheit“, fügte Putin hinzu.

Erdogan wird von dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu, dem Minister für Energie und natürliche Ressourcen Fatih Donmez, dem Finanzminister Berat Albayrak, dem Verteidigungsminister Hulusi Akar, dem Handelsminister Ruhsar Pekcan, dem Leiter des Nationalen Nachrichtendienstes (MIT) Hakan Fidan, dem Präsidentensprecher Ibrahim Kalin und dem Kommunikationsdirektor der Präsidentschaft Fahrettin Altun begleitet.

Zu der russischen Delegation gehören der russische Außenminister Sergej Lawrow, der Energieminister Alexander Nowak, der Verteidigungsminister Sergej Shoygu und der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland, Wirtschafts- und Energiefragen sowie regionale und internationale Fragen, insbesondere Syrien, gehörten zu den erwarteten Themen.

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