Türkischer Aussenminister Cavusoglu: "Wenn sie gehen wollen, sagen wir Auf Wiedersehen"

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Türkischer Aussenminister Cavusoglu: "Wenn sie gehen wollen, sagen wir Auf Wiedersehen"

18. Mai 2017 - 20:28
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Der türkische Aussenminister Cavusoglu zeigt sich im Streit um den Besuch des Luftwaffenstützpunkts Incirlik durch deutsche Abgeordnete offenbar nicht kompromissbereit. 

Türkischer Aussenminister Cavusoglu: "Wenn sie gehen wollen, sagen wir Auf Wiedersehen"

Ankara / TP - Der türkische Aussenminister Cavusoglu hat sich in einem TV-Interview gegenüber dem Nachrichtensender NTV zum Streit über die Besuchsabsicht deutscher Abgeordneter des Luftwaffenstützpunkts Incirlik geäussert.

Die Entscheidung des türkischen Aussenministeriums, deutschen Abgeordneten einen Besuch des türkischen Luftwaffenstützpunkts Incirlik zu verweigern, hat erneut für eine diplomatische Krise gesorgt. Auf der Incirlik Airbase sind deutsche Tornado-Jets stationiert, die im Rahmen der Anti-IS Allianz Aufklärungsarbeit leisten. Nach der Bundestagsresolution hatte die türkische Regierung schon einmal deutschen Bundestagsabgeordneten den Besuch der Airbase verweigert. Die deutsche Bundesregierung beharrte daraufhin, ihre "Parlamentsarmee" besuchen zu dürfen. Nach mehreren Wochen gewährte die türkische Regierung schliesslich den Abgeordneten doch den Besuch, nach dem die Bundesregierung erklärte, nicht den Standpunkt des Parlaments zu teilen.

Am vergangenem Montag war bekannt geworden, dass das deutsche Auswärtige Amt durch das türkische Aussenministerium erneut und diesmal kurzfristig darüber informiert wurde, dass den Obtleuten des Verteidigungsausschusses der Besuch am Dienstag verweigert wurde. Diesmal erklärte die türkische Regierung, dass die gegenwärtige Situation es erfordern würde, dass die deutschen Abgeordneten ausgeladen werden. Die türkische Regierung reagierte damit auf die Annahme von Asylanträgen von mutmaßlichen Putschisten bzw. Verdächtigen, denen Mitgliedschaft in der Fethullahistischen Terrororganisation vorgeworfen wird. Die Türkei fordert ihre Rückführung. Ausserdem fordert die türkische Regierung von der Bundesregierung die Einsicht auf die Aufklärungsarbeit der Tornado-Jets über dem Irak bzw. Syrien.

Aussenminister Cavusoglu zeigte sich am Mittwoch in einem TV-Interview gegenüber dem türkischen Nachrichtensender NTV vor dem Hintergrund der Forderungen der Bundesregierung, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben, unversöhnlich. Cavusoglu erklärte, dass die deutsche Bundesregierung sich endlich wie ein Partner verhalten müsse. Entgegen den Äusserungen seines deutschen Amtskollegen Gabriel, erpresse man damit kein Land, sondern fordere von einem sogenannten Partner ihren Teil ein. Geschehe das nicht, zeige es nur, welche Scheinheiligkeit dahinter stecke und man könne nicht erwarten, dass die Türkei entgegenkomme.

Cavusoglu erklärte auch, dass die Frage eines Abzugs deutscher Tornados im Ermessen der deutschen Regierung liege, die Türkei dabei Deutschland keineswegs entgegenkommen werde. Man werde sie nicht daran hindern, ihre Jets abzuziehen, sagte Cavusoglu: "Sie müssen es selber Wissen. Sie wollten selbst kommen, wir haben Sie aufgenommen und das Nötigste getan. Wenn Sie gehen wollen, dann sagen wir "Auf Wiedersehen.""
 

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Dışişleri Bakanı Sayın Mevlüt Çavuşoğlu'nun NTV Kanalına verdiği mülakat, 18 Mayıs 2017

Es ist 1 Kommentar vorhanden

Bild von AnkaraliCakici

Oder wie heißt das so schön in Deutschland? Reisende soll man nicht aufhalten.

Jahrzehnte müssen wir uns anhören, wenn wir uns Mal (berechtigt) beschwert haben, "Wenn euch das nicht passt, dann geht doch"

BRAVO Herr Cavusoglu.