Gülen-Opfer über BND-Chef Kahl amüsiert

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Gülen-Opfer über BND-Chef Kahl amüsiert

19. März 2017 - 18:39
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Im "Spiegel" bezweifelt der Chef des Bundesnachrichtendienstes Bruno Kahl, dass die Gülen-Bewegung hinter dem Putschversuch in der Türkei steckt. Die türkische Regierung sieht sich darin bestätigt, dass die Bundesregierung die Gülen-Bewegung unterstützt.

Gülen-Opfer über BND-Chef Kahl amüsiert

Ankara / TP - Die politische Aussage des Chefs des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, wird in der Türkei inzwischen ernsthaft als Beleg dafür betrachtet, dass die Bundesregierung mit dem Putschversuch im Sommer 2016 in Zusammenhang steht. Nicht nur der Sprecher des türkischen Präsidenten erklärt das, auch die von der Gülen-Bewegung betroffenen Journalisten sehen das als eine unmittelbare Bestätigung.

Kahl hatte im "" erklärt, dass er die Gülen-Bewegung nicht hinter dem Putschversuch sehe und dass die Darstellung der türkischen Regierung nicht stimme. "Die Türkei hat auf den verschiedensten Ebenen versucht, uns davon zu überzeugen. Das ist ihr aber bislang nicht gelungen", sagt der BND-Präsident dem "Spiegel". Dabei hatte der "" selbst sowie "Report Mainz" einen Verfassungsschutzbericht veröffentlicht, wonach die Hizmet- bzw. Gülen-Bewegung, antidemokratisches Gedankengut sowie das bestreben nach einem islamischen Staat habe. Kritiker erklären nun, dass der BND-Chef selbst noch nicht einmal mehr den "Spiegel" lese, um sich politisch derart auf Nessel zu setzen.

Scharfe Kritik erfuhr Kahl insbesondere durch den türkischen Verteidigungsminister Fikri Işık: "Entweder ist der deutsche Nachrichtendienst völlig taub und blind oder sie haben Interesse daran, die Täter zu schützen und zu tarnen. Einige politische Akteure in Europa waren unglücklich darüber, dass der Putschversuch nicht erfolgreich war. Sie wollten, dass der Putschversuch gelingt. Eine andere Erklärung gibt es für die Erklärung des BND-Chefs nicht. Es wirft bei jedem nun die Frage auf, inwieweit sie involviert waren.“

Auch in den Medien hat die Erklärung Kahl´s für Verwunderung gesorgt. Nedim Şener, türkischer Journalist und Autor, der über die islamistische Szene, insbesondere die Gülen-Bewegung recherchiert hatte und 2011 so ins Visier der Gülen-Bewegung geriet und mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft saß, ist ein vehementer Verfechter der Gülen-Anklage. Şener erklärte in sozialen Medien kurz nach Kahl´s Interview im "Spiegel", dass das Verhältnis zwischen dem BND und Gülen nicht besser offenbart werden könne. Der BND-Chef lese wohl selbst nicht den "Spiegel", die zahlreiche Artikel über die Gülen-Bewegung verfasst habe, so Şener.

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