Erdogan: Europa ist in der Bringschuld

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Erdogan: Europa ist in der Bringschuld

19. September 2017 - 22:55
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Von insgesamt 6 Milliarden Euro, die die Europäische Union im Rahmen des EU-Türkei Flüchtlingspakts der Türkei versprochen hat, sind laut dem türkischen Präsidenten Erdogan 820 Millionen Euro geflossen. Erdogan warf während der Rede vor der versammelten Generalversammlung Europa und der Weltgemeinschaft vor, sich nicht an die selbstgesteckten Maßstäbe und Verträge zu halten.

Erdogan vor den Vereinten Nation: Europa ist in der Bringschuld

New York / TP - Vor der 72. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York sprach auch Staatspräsident Erdogan. In einem eindringlichen Appell sprach Erdogan als einziger über die Lage in Myanmar und der Lage der Minderheit der Rohingya in Bangladesch. Ausserdem warf er vor allem der Europäischen Union vor, ihre Zusagen nicht einzuhalten. Von den bis 2018 versprochenen Hilfsgeldern seien gerademal 820 Millionen Euro direkt in die Flüchtlingshilfe geflossen.

Erdogan erklärte vor der Versammlung, dass die Türkei seit 2013 über 30 Milliarden US-Dollar aufgewendet habe, um die rund 3,2 Millionen Flüchtlinge im Land adäquat unterzubringen und zu versorgen. Die Weltgemeinschaft habe über die Vereinten Nationen bislang 520 Millionen US-Dollar aufgewendet, während Europa trotz Vereinbarung bislang lediglich 820 Millionen Euro bewilligt habe.

Die EU hatte sich mit der Türkei im März 2016 geeinigt, der Türkei insgesamt sechs Milliarden Euro bis 2018 zur Verfügung zu stellen, um Flüchtlinge im eigenen Land zu versorgen. Das Geld sollte zudem schnell fließen. Von den drei Milliarden Euro, die der Türkei bereits in einer früheren Absprache zugesagt wurden, waren aber Ende März 2016 kaum 100 Millionen Euro in Flüchtlingsprojekte (Humanitäre Hilfe und Schulbildung für Flüchtlingskinder) geflossen.

Erdogan betonte während der Rede, dass die Gelder allesamt über die Vereinten Nationen an die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen fließen würden, um die humanitäre Situation der Flüchtlinge in der Türkei sicherzustellen. Die Weltgemeinschaft müsse mehr tun, um diese kontinentumspannende Krise zu bewältigen. Die Türkei habe laut einer Studie der OSZE allein im Jahre 2016 insgesamt 6 Milliarden US-Dollar für weltweite humanitäre Hilfen in Zusammenhang mit den Vereinten Nationen aufgewendet. Damit stehe die Türkei auf Platz zwei hinter den USA. Verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt stehe die Türkei sogar auf Rang 1 der Länder, die Hilfsgelder zur Verfügung stellen.

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