Türkische Ministerin: "Wir hörten die Patronen in den Lauf gleiten"

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Türkische Ministerin: "Wir hörten die Patronen in den Lauf gleiten"

20. März 2017 - 23:42
Kategorie:
0 Kommentare

Die türkische Familien- und Sozialministerin Fatma Betül Sayan Kaya erklärte gegenüber der türkischen Tageszeitung "Sabah", dass die Polizisten in Rotterdam in der besagten Nacht zum Sonntag ihre Waffen durchgeladen hätten.

Türkische Ministerin: "Wir hörten die Patronen in den Lauf gleiten"

Ankara / TP - Fatma Betül Sayan Kaya, türkische Ministerin für Familie und Soziales erzählte gegenüber der türkischen Tageszeitung "Sabah", wie sie in der Nacht vom 11. März auf den 12. März in der niederländischen Metropole Rotterdam 30m. vor dem türkischen Konsulat von Polizisten aufgehalten und mehrere Stunden festgesetzt wurde.

Im Interview fragte Sayan Kaya gegenüber dem Reporter Isa Tatlican, ob es denn irgendwo in der Welt normal sei, eine Ministerin eines befreundeten oder verbündeten Staates mit Polizeigewalt aufzuhalten, geschweigeden als Ansprechpartner die Polizei vorzuschicken und 7 Stunden lang auch so beizubehalten. 

Sayan Kaya erklärte auch, dass die niederländische Polizei ihre begleitenden Personenschützer mit dem Gebrauch der Schusswaffen bedroht hätten. Die Polizei soll den türkischen Personenschützern angedroht haben, zu schießen, sollten sie sich in Richtung türkisches Konsulat bewegen, die nur 30m. weit entfernt war. Ausserdem erklärte Sayan Kaya, dass sie gehört hätten, wie die Sondereinheiten der Polizei ihre Waffen durchluden: "Wir hörten die Patronen in den Lauf gleiten. Sie hatten sich wie eine Barriere aufgebaut, damit wir nicht durchkommen. Bei mir war ein 7-köpfiges Team und keiner führte eine Waffe mit. Ihre Art zu sprechen war hart und unmenschlich."

Kaya weiter: "Ja, mit dem auftauchen der Sondereinheit wurden die Personenschützer und mein Berater gezwungen sich an die Fahrzeuge zu stützen und durchsuchen zu lassen. Anschließend wurden sie festgenommen und abgeführt. Danach richteten sie ihre Waffen auf das Fahrzeug in der ich saß, richteten grelle Scheinwerfer auf mich und wollten mich so psychologisch unter Druck setzen. Zwei Stunden lang setzten sie diese Taktik fort. Die niederländischen TV-Sender wurden inzwischen auch gerufen, um die Szenen bewusst einzufangen. Die türkischen Reporter und Kamerateams wurden dabei die ganze Zeit aussen vor gehalten. Danach kam der Abschleppwagen, der das konsularische Fahrzeug versuchte abzuschleppen. Ich stieg daraufhin aus. In dieser Zeit wurden unsere Bedürfnisse nicht befriedigt oder gestattet es zu tun. An der niederländisch-deutschen Grenze wurde ich weitere anderthalb Stunden von der niederländischen Polizei in der Wache aufgehalten, danach erst wurde mir Tee oder Wasser angeboten. Nach all diesen Erfahrungen habe ich es abgelehnt."

weitere Informationen zum Artikel
Noch nicht bewertet