Wahlkampf - Duisburg will nicht zur Ruhe kommen

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Wahlkampf - Duisburg will nicht zur Ruhe kommen

20. September 2017 - 09:03
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Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) verteidigte den Polizeieinsatz in Bruckhausen gegen einen türkisch-stämmigen Falschparker und sagte in diesem Zusammenhang: "Asozial bleibt asozial“. Das hat die Deutschtürken in Duisburg gegen die SPD aufgebracht. Nun versucht man zu beschwichtigen, aber das Vertrauen ist dahin.

Mahmut Özdemir (SPD) kandidiert wieder für den Bundestag

Duisburg / TP - In Duisburg geben die Bürger am 24. September nicht nur ihre Stimmen für die Bundestagswahl ab, auch die Oberbürgermeister-Wahl ist an diesem Tag angesetzt. Der gegenwärtige OB Sören Link (SPD) will natürlich sein Amt behalten, doch eckt er seit langem immer wieder bei Migranten und Minderheiten an. Mittlerweile versucht die SPD den Schaden zu begrenzen, doch in einem Interview mit „DerWesten“ wurde deutlich, dass Link weiterhin bereit ist, Stimmung gegen Minderheiten zu machen.

Derweil sind Parteikollegen und Wahlhelfer um Schadensbegrenzung bemüht und fordern trotz der Vorkommnisse Parteiloyalität von Deutschtürken. Das wird schwierig, zumal es einen weiteren türkisch-stämmigen Bewerber als Protestkandidaten gibt, der sich zur OB-Wahl aufgestellt hat: Yasar Durmus. Der 47-jährige ist Kranführer bei Thyssen-Krupp und hinter ihm steht inzwischen ein Bündnis aus mehreren türkischen Vereinen unter dem Motto "Wir sind Duisburg“ - eine Anspielung auf Sören Links Äusserungen. Wegen dieser grundsätzlichen Aussage hatten türkische Vertreter eine Entschuldigung von Link gefordert, dieser lehnte jedoch ab. "Dieser Fall ist ein Punkt für die Kandidatur“, sagte ein Sprecher des Bündnisses von Durmus, der wegen seiner Kandidatur den Vorsitz im Moscheeverein Bruckhausen niedergelegt hat.

Schwierig wird es auch für andere Kandidaten aus den Reihen der SPD in Duisburg. Mahmut Özdemir (SPD) kandidiert z.B. wieder für den Bundestag und will diese Woche auch wieder viele Stimmen von türkisch-stämmigen Bürgern in Duisburg bekommen. Auch ihm ist nicht entgangen, wie die vielen türkisch-stämmigen über die SPD denken. Ausserdem hat die SPD auch die im Bundestag angenommene Armenier-Resolution mitzuverantworten, was vielen ebenfalls an die Nieren geht. Pikant daran: auch Mahmut Özdemir hatte nicht darüber abgestimmt, aber aus ganz anderen und oppurtunen Gründen.

Man könne ihm zwar nicht unterstellen, teilt Rainer Grün als Mitglied im Rat der Stadt Duisburg im sozialen Netzwerk mit, dass er diesen Beschluss der SPD und seiner SPD-Fraktion aus vollem Herzen mitgetragen habe, aber er habe laut eigenem Interview in der den Beschluss in seiner Fraktion mitbeschlossen. Damit unterstütze er also die Verleumdung, schreibt Grün weiter.

Rainer Grün zufolge würden nun Freunde und Bekannte von Mahmut Özdemir als Leumund auftreten und ihn vom Vorwurf freisprechen, er habe die Resolution inoffiziell mitgetragen, somit also mitverantwortlich, dass die Armenier-Resolution angenommen wurde. Dies sei so Grün "ein falsches Spiel." Stattdessen müsse man diejenigen belohnen, die sich dagegen gestreubt hätten, u.a. Bettina Kudla von der CDU. Sie habe als einzige gegen die Resolution gestimmt und sei dann von der Partei dafür abgestraft worden. Laut Grün müsste "allein schon deswegen Mahmut Özdemir aus dem Bundestag fliegen. Das ist meine Meinung als Rainer Grün und dazu stehe ich auch. Wer ein Problem damit hat soll sich bei mir persönlich melden und nicht andere damit behelligen um indirekt Druck auf mich auszuüben."

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