Elchingens Bürgermeister hat Fliztekacke wieder unter Kontrolle

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Elchingens Bürgermeister hat Fliztekacke wieder unter Kontrolle

21. April 2016 - 22:02
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"Das kann schon mal passieren, wenn der Durchfall sich als Dünnpfiff bemerkbar macht" heißt es im sozialen Netzwerk Facebook, nach der verbalen Entgleisung des Bürgermeisters von Elchingen, Jochen Eisenkolb.

Stuttgart/TP - In den Niederlanden verwendet man dazu die Bezeichnung Flitzekacke. In Deutschland hat sich Dünnpfiff etabliert und im Schwabenländle heißt es schlicht "abbeicha". Egal wie man den Durchfall auch bezeichnet, es grassiert zur Zeit in Europa. Jüngtes Opfer: Elchingens Bürgermeister Jochen Eisenkolb. Bei einer Bürgerversammlung sollte über die Nutzung eines ehemaligen Real-Marktes im Unterelchinger Gewerbegebiet entschieden werden. Der Bürgermeister war gegen die Nutzung für Hochzeitsfeiern, die vom "türkischen Gesindel" besucht werden.

"Ich habe nicht sieben Jahre an die Wohn- und Lebensqualität von Unterelchingen hingeschafft, dass jetzt Leute aus dem Grund nicht hierher ziehen, weil da unten türkisches Gesindel ist." 

Die verbale Entgleisung des Bürgermeisters kommt einer Flitzekacke gleich. Die Intention war es zwar nicht, aber es passierte halt einfach. Die Argumentation für eine schon negativ entschiedene Bauvoranfrage mit einer Begründung, da würden sich dann "türkisches Gesindel" herumtreiben, der Asylbewerberanteil sei schon so sehr hoch und würde den Standort Elchingen unakktraktiv machen, ist schon bemerkenswert. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Bürgermeister aus Elchingen wohl seine eigene Vision Parallelstadt durchsetzen will, die er bei sich im Vorgarten schon etabliert hat.

Nun sind türkische Hochzeitsgäste keine Flüchtlinge. Die unbedarfte Äußerung Eisenkolbs kommt trotzdem zur Unzeit. Zu einer Zeit, in der - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Pariser Terroranschläge, der Erdogan-Satire, der Kopftuch-Debatte und jüngt das Händchenhalten - Hetzer von Pegida und Co. wieder Zulauf bekommen, in einer kippligen Stimmungsmelange, in der Unsicherheit und ein latentes Bedrohungsgefühl gedeihen.

Und das "türkische Gesindel" liefert all jenen Munition, die eine Integration von Flüchtlingen, ein friedliches Zusammenleben mit Ausländern per se infrage stellen, schüttet Wasser auf die Mühlen der "Wir-schaffen-das-nicht"-Fraktion.

Aber, wir Türken haben ja noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass der eine oder andere seine Flitzekacke unter Kontrolle hält und uns vor solchen peinlichen Situationen bewahrt.