HDP-Präsidentschaftskandidat macht FETÖ für Haft verantwortlich

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HDP-Präsidentschaftskandidat macht FETÖ für Haft verantwortlich

21. Mai 2018 - 22:50
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Selahattin Demirtaş sitzt in Untersuchungshaft, ihm drohen bis zu 142 Jahre Haft. Er macht dafür das Gülen-Netzwerk verantwortlich. Trotzdem will er für die prokurdische HDP bei der Wahl am 24. Juni gegen Erdoğan antreten, jedoch vorerst aus der U-Haft heraus.

HDP-Präsidentschaftskandidat macht FETÖ für Haft verantwortlich

Istanbul / TP - Selahattin Demirtaş, der ehemalige Co-Vorsitzender der prokurdischen HDP, sitzt seit knapp anderthalb Jahren in Untersuchungshaft. Ihm drohen wegen Terrorpropaganda und Verherrlichung von Terrorismus bis zu 142 Jahre Haft. Er macht dafür das Gülen-Netzwerk (FETÖ) verantwortlich. Trotzdem will er für die prokurdische HDP bei der Wahl am 24. Juni gegen Erdoğan antreten.

Die prokurdische Oppositionspartei HDP hatte ihren früheren Vorsitzenden Selahattin Demirtaş als Kandidat für die Präsidentenwahl nominiert, obwohl Demirtaş in Untersuchungshaft sitzt. Ein Haftprüfungstermin am Montag im Gefängniskomplex Silivri ergab jedoch, dass die Dauer der Untersuchungshaft fortbestehen bleibt. Demirtaş bleibt weiterhin in Haft.

Unterdessen warf Demirtaş im Kurznachrichtendienst Twitter dem Gülen-Netzwerk des islamischen Predigers Fethullah Gülen - die in der Türkei für den gescheiterten Putschversuch verantwortlich gemacht wird und unter dem Namen Fethullahistische Terrororganisation (FETÖ) agiert - vor, für die Ermittlungen und die Untersuchungshaft verantwortlich zu sein.

Laut den Twitter-Beiträgen sei die Mehrzahl der Staatsanwälte wegen dem Verdacht der Mitgliedschaft in der FETÖ ebenfalls in Untersuchungshaft, die gegen ihn die Ermittlungen geführt hätten. Ausserdem gebe es laut Selahattin Demirtaş keine Ermittlungen gegen ihn in Zusammenhang mit den Vorfällen zwischen dem 6. und 8. Oktober 2014. In diesem Zeitraum begangen die Unruhen während der Proteste zur Lage im nordsyrischen Ain al-Arab (Kobane), in der mehrere Dutzend Menschen verletzt, mehrere Menschen getötet wurden, darunter auch Jugendliche, die von einem Mob wütender HDP-/PKK-Anhänger verfolgt und gelyncht wurden.

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