Krokodilstränen für eine kurdische Terrororganisation in Nordsyrien

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Krokodilstränen für eine kurdische Terrororganisation in Nordsyrien

21. Dezember 2018 - 13:30
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Die deutschen Medien können es nicht lassen und gehen ab wie Zäpfchen. Was ist passiert? Das ist passiert: Die USA haben angekündigt, ihre rund 2.000 Mann starke Bodentruppe aus Nordsyrien abzuziehen. Damit verliert die syrisch-kurdische sogenannte Miliz der Volksverteidigungseinheiten YPG ihren stärksten Verbündeten in der Region gegen die Terrormiliz IS. US-Präsident Trump erklärte, dass die Gefahr der IS in Nordsyrien gebannt sei. 

Screenshot Welt Online: Warum Trump vor Erdogan kuscht

Die deutschen Medien können es nicht lassen und gehen ab wie Zäpfchen. Was ist passiert? Das ist passiert: Die USA haben angekündigt, ihre rund 2.000 Mann starke Bodentruppe aus Nordsyrien abzuziehen. Damit verliert die syrisch-kurdische sogenannte Miliz der Volksverteidigungseinheiten YPG ihren stärksten Verbündeten in der Region gegen die Terrormiliz IS. US-Präsident Trump erklärte, dass die Gefahr der IS in Nordsyrien gebannt sei. 

Gleichzeitig folgt Trump auch dem dringlichen Ansinnen der Türkei, denn die Militärhilfe für die YPG war der Türkei stets ein Dorn im Auge. Sie wirft der YPG eine Verbindung zur sogenannten "Kurdischen Arbeiterpartei" (PKK) vor, die ihrerseits sich mit Ankara seit Jahrzehnten einen sogenannten "Guerilla-Krieg" liefert, der bislang weit über 40.000 Todesopfer gekostet hat. Die PKK wird von westlichen Staaten, also den NATO-Verbündeten der Türkei, als Terrororganisation eingestuft.

Derweil bemühen sich deutsche Journalisten in herzzerreißenden Pamphleten den mordlüsternen PKK/YPG "Demokratie, Säkularität, Frauenrechte" und noch vieles mehr anzudichten und Solidarität zu zeigen. Rein gar nichts wird aus der journalistischen Trickkiste weggelassen, um manipulativ die Herzen der Leser für die brutale Terrorbande zu gewinnen.

Weshalb die deutschen Medien jetzt so sehr irritiert darüber sind, dass die USA sich aus Nordsyrien zurückziehen wollen und dabei abgehen wie Zäpfchen, wirft unweigerlich Fragen auf. Die Türkei wirft der YPG nicht aus reiner Willkür vor, ein Ableger der PKK in Syrien zu sein. Nur eine "Verbindung" ist es bei weitem nicht, denn damit negieren deutsche Medien bewusst die ideologische wie substanzielle Verbindung zwischen der YPG und der PKK. 

Es ist eine Tatsache, dass die YPG oder deren sogenannte Syrisch-Demokratische Armee (SDF) nichts anderes als der syrische Ableger der PKK ist, es sich vielfach gar um ein- und dieselben Kämpfer handelt, die da in der Türkei oder in Nordsyrien Bombenanschläge verüben, mit der Hit-and-Run Taktik nicht nur unter den regulären Militärs Terror verbreiten, sondern auch gezielt Zivilisten ermorden, um ihr Anliegen mit Gewalt durchzusetzen. Wer es nicht glauben will, der kann sich hier selbst davon überzeugen, wie ein US-General die PKK dazu angestiftet hat, die YPG unter dem Dach einer neuen Organisation zu vereinen und somit nicht als PKK-Schwesterorganisation aufzufallen. Es ist auch unbestritten, dass die gesamte linksextremistische Szene aus der Türkei ebenfalls in Nordsyrien zusammen mit der YPG vereint und gemeinsam Terror verbreiten, nach dem man 2016 einen gemeinsamen Pakt gegen die Türkei beschlossen hat.

Das wird nicht von der Türkei behauptet, dass haben die zahlreichen in der Türkei ansässigen linksextremistischen Terrororganisationen wie TIKKO, DHKP-C oder die MLKPD mit der PKK sowie der YPG zusammen selbst in die Welt hinausposaunt. Das sieht auch nicht nur die Türkei so, dass die YPG ein Ableger der PKK ist, das zweifelt eigentlich so gut wie niemand wirklich ernsthaft an - bis auf die deutsche Medienlandschaft, die wohl demnächst Krokodilstränen vergießen wird, wenn das türkische Militär wie angekündigt in Nordsyrien einmarschiert, um den Umtrieben ein Ende zu setzen. Wohlgemerkt, auch mit einer aufkeimenden Gefahr der Wiederauferwachung der Terrormiliz IS, wird die Türkei fertig, schließlich ist sie ein NATO-Verbündeter, der Terrror bekämpft, ohne dabei zu unterscheiden was zweckmäßig ist oder nicht.

Für den WELT-Journalisten Deniz Yücel ist diese Tatsache, dass die YPG ein Ableger der PKK ist, übrigens so selbstverständlich, dass er beizeiten die "Verdienste" der YPG/PYD (PYD ist der syrische politische Arm der PKK) im Kampf um Ain Al Arab/Kobane als Argument für eine Aufhebung des PKK-Verbots in Deutschland ins Feld geführt hatte; womit wir beim nächsten leidigen Punkt wären: auch hier ist wieder die Rede von der "Arbeiterpartei PKK". Die "Arbeiterpartei PKK" ist aber nunmal eine unter anderem auch in Deutschland verbotene Terrororganisation. Eigentlich haben alle mit der Türkei verbündeten Staaten innerhalb des NATO-Verbandes, darunter auch Deutschland (nur zur Erinnerung), die PKK als terroristisch eingestuft.

Würde diese Tatsache wenigstens mal beiläufig in den deutschen Medien erwähnt, würde sich die hier und in weiteren Medienlandschaften etablierte Argumentation, demnach die USA nun ihren "kurdischen Verbündeten" schutzlos dem "bösen Erdogan" ausliefern, von selbst verbieten. Auch wenn man es in diesen Zeiten ganz gerne vergisst: verbündet sind immer noch die USA und die Türkei, oder auch Deutschland und die Türkei, oder auch Frankreich und Großbritannien und die Türkei, nämlich als Partner in der NATO. 

Und alle zusammen sehen in der PKK eine Terrororganisation. Statt sich nun also über vermeintliche Illoyalität des Westens gegenüber der PKK/PYD/YPG zu beklagen und sich den Ball dabei gegenseitig zuzuwerfen, wäre Empörung oder zumindest verschämtes Schweigen ob des Umstandes angebracht, dass man überhaupt versucht hat, Terroristen mit Terroristen auf Kosten eines Bündnispartners zu bekämpfen.

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