WDR Integrationsgipfel - Wer ist Wir?

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WDR Integrationsgipfel - Wer ist Wir?

23. November 2016 - 21:53
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Am Mittwoch diskutierten im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz Protagonisten, Experten aus Kultur, Medien und Politik über die zentralsten Herausforderungen der Gegenwart, die Integration. Während man im WDR Integrationsgipfel von "Wir schaffen das!" die Rede war, zeichnete sich schnell ein Bild ab. Nicht "wir" sondern nur sie schaffen es.

Funkhaus am Wallrafplatz in Köln - WDR Integrationsgipfel - Wer ist Wir?

Am Mittwoch diskutierten im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz Protagonisten, Experten aus Kultur, Medien und Politik über die zentralsten Herausforderungen der Gegenwart, die Integration. Während man im WDR Integrationsgipfel von "Wir schaffen das!" die Rede war, zeichnete sich schnell ein Bild ab. Nicht "wir" sondern nur sie schaffen es.

Köln / TP - Sechs Stunden lang kamen Experten und Spitzenvertreter aus Gesellschaft, Kultur, Medien und Politik im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz zusammen, um im WDR Integrationsgipfel über die wichtigsten Fragen zum Integrationsprozess zu debattieren. Während Redner aller Coleur immer wieder die Frage aufwarfen, ob man die gegenwärtigen Herausforderungen meistern werde, bedankten sich sehr viele Redner bei den zivilgesellschaftlichen Akteuren, für ihre Leistungen zu Integrationsaufgaben im Land NRW.

Als Redner stellten sich neben NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, auch der Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, der künftige Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, WDR-Intendant Tom Buhrow und viele weitere Gäste der Diskussion, wie man die derzeit die zentralen Herausforderungen in Integrationfragen meistert.

Dank gebührte während der Reden dabei vor allem zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich insbesondere bei der Integration von Flüchtlingen hervorgetan hatten. Altmeier bedankte sich zum Beispiel bei den Kirchen, dem Technisches Hilfswerk (THW) und vielen anderen für die große Kraftanstrengungen bei der Flüchtlingsintegration. Mehrere hundert Moscheevereine alleine in NRW, die ohne staatliche Fördermittel, ausschließlich ehrenamtlich arbeiten, mit Spendengeldern finanziert werden und mindestens so viel geleistet hatten, waren jedoch nicht Gegenstand der vielen Danksagungen aller.

Während viele über das Problem der "Salafisten" sprachen, Lösungen zur Bekämpfung der Ideologie erörterten und Integrationsprogramme vorschlugen, wurden Moscheevereine als Lösungsansatz völlig übergangen, sie werden schlicht verkannt, so Cihan Süngür (CDU), Sprecher des Bündnisses "Muslime in der Union“. Süngür erklärte kurz nach dem Gipfel, man verkenne die Ursachen, das Salafismus-Problem ohne die örtlichen Moscheevereine und muslimischen Autoritäten zu bekämpfen.

Sünger kritisierte auch die Rede des Leiters des Verfaasungsschutzes NRW, Burkard Freier. Freier zufolge könnten sich die Flüchtlinge sicher sein, dass der Rechtsstaat sie schütze. Dem würden die über 1.000 Übegriffe auf Flüchtlingsheime und Moscheen allein im Jahre 2015 gegenüber stehen, so Süngür.

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