SPD-Politiker: Özil und Gündogan sind "Ziegenficker“

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SPD-Politiker: Özil und Gündogan sind "Ziegenficker“

24. Mai 2018 - 17:07
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Der erste Stadtrat und SPD-Politiker aus dem osthessischen Bebra hatte die beiden türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan rassistisch beleidigt. Am Donnerstag entschuldigte sich der Stadtrat dann, löschte seinen Beitrag auf Facebook.

SPD-Politiker aus Bebra: Özil und Gündogan sind "Ziegenficker“

Bebra / TP - Der erste Stadtrat und SPD-Politiker Bernd Holzhauser aus dem osthessischen Bebra hatte die beiden türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan in einem Beitrag im sozialen Netzwerk Facebook am vergangenem Samstag rassistisch beleidigt. Am Donnerstag entschuldigte sich der Stadtrat dann, löschte seinen Beitrag auf Facebook.

Der Stadtrat Bernd Holzhauser aus Bebra hatte geschrieben: "Das vorläufige deutsche Aufgebot zur WM – 25 Deutsche und zwei Ziegenficker“ und damit die Nationalspieler Özil und Gündogan gemeint, die seit Wochen aus der Politik, Gesellschaft und Medien angegriffen werden. Schon längst hat sich dabei das Unwort "Ziegenficker" etabliert, die nicht erst seit der angeblichen Satire Jan Böhmermanns u.a. von Karikaturisten für angesehene Tageszeitungen als Synonym für Türken verwendet wird.

Es geht in diesen hiesigen Beiträgen, sei es in der Politik oder in den Medien oder aber im TV längst nicht mehr um Meinungs- oder Satirefreiheit, sondern um latenden Rassismus, der weit darüber hinausgeht, was Dieter Hanitzsch mit seiner Karikatur über den israelischen Premier Netanjahu vorgeworfen wird, in der seine angefertigte Zeichnung ein Fall von israelbezogenem Antisemitismus sei.

Wie der "Ziegenficker" für Türken oder Muslime ist, ist die große krumme Nase der jüdischen Bürger, denen dieses Attribut nachgesagt wurde. Julius Streicher unterstrich in seinem Antijudenhetzblatt "Der Stürmer“ dieses Merkmal und holte es aus der Taufe, welches, immerhin, bis Februar 1945 erscheinen sollte. Stets "zierten" verächtlichmachende oder hassschürende Judenkarikaturen das Titelblatt, für das in der Regel der berüchtigte Zeichner "Fips“ verantwortlich war. Dieser setzte um, was man in Deutschland als "echt jüdische Physiognomie" erachtete, einschließlich der "Judennase“.

Für die Türken oder Muslime ist es der "Ziegenficker" zu einem "echten türkischen Physiognomie" geworden. Angefangen von Necla Kelek, die Muslime der Sodomie bezichtigte, bis hin zu Böhmermann mit seinem Gedicht über Erdogan, es gibt mittlerweile kein Themenfeld, bei der Tiere, insbesondere Ziegen keine Rolle spielen, um andere verächtlich zu machen, zu entmenschlichen, als Asoziale hinzustellen.

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