Erdogan: NATO-Mitgliedschaft auf den Prüfstand

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Erdogan: NATO-Mitgliedschaft auf den Prüfstand

25. Juni 2017 - 23:52
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Bei einer Rede in Istanbul anlässlich des Ramadan-Festes warnte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Westen. Sollten die Waffen in Nordsyrien sich gegen die Türkei richten, werde die Türkei das zu verhindern wissen und jene zur Verantwortung ziehen. Auch einen Austritt aus der NATO schließt Erdoğan in diesem Zusammenhang nicht mehr aus.

Erdogan während der Rede in Istanbul

Istanbul / TP - Bei einer Rede in Istanbul anlässlich des Ramadan-Festes warnte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan die Anti-IS-Koalitionspartner und verbündeten Staaten. Sollten die in Syrien an die Terroroganisation YPG gelieferten Waffen sich gegen die Türkei richten, werde die Türkei das zu verhindern wissen. Auch werde die Türkei die Errichtung eines Staatengebildes in Nordsyrien nicht zulassen, sagte Erdoğan vor geladenen Gästen im Haliç-Kongresszentrum. Die Rede wurde Live in türkischen TV-Sendern übertragen.

Erdoğan brachte in diesem Zusammenhang erstmals auch die Mitgliedschaft in der NATO zur Aussprache. Zur Verantwortung ziehen will der türkische Staatschef jene Länder, die man als Partner und Freunde betrachtet habe und jetzt in Syrien trotz Warnungen Waffen an Terrororganisationen geliefert haben. Sie würden laut Erdoğan auch selbst für jede Kugel, für jedes Tropfen Blut zur Verantwortung gezogen werden, sollten diese Waffen gegen die Türkei gerichtet werden.

In der Rede mahnte Erdoğan die Staaten, die der Terrororganisation YPG Waffen geliefert haben, ihre versprochenen Zusagen auch einzuhalten. Ein Bruch dieser Zusagen werde auch dazu führen, dass die Türkei ihre Mitgliedschaft in der NATO infrage stellt und auf den Prüfstand bringt. Desweiteren werde die Türkei es keinesfalls zulassen, dass im angrenzenden Süden des Landes ein Terrorstaat errichtet wird. Notfalls werde man das zu verhindern wissen, so Erdoğan.

Gegen den energischen Widerstand des NATO-Partners Türkei haben die USA der Terrororganisation YPG, die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen, weiter mit Waffen beliefert. Das hatte US-Präsident Donald Trump entschieden, um einen klaren Sieg zu erringen, teilte das Verteidigungsministerium mit. "Wir sind uns der Sicherheitsbedenken unseres Koalitionspartners Türkei sehr bewusst", teilte eine Sprecherin mit. "Wir wollen der türkischen Bevölkerung und Regierung versichern, dass die USA zusätzliche Sicherheitsrisiken verhindern und unseren NATO-Partner beschützen wollen", ergänzte sie. Die USA hatten der Türkei versichert, die Waffen anschließend wiederzubekommen, darunter kleine Geschütze, Maschinengewehre, schwere Waffen, Bulldozer und Panzerfahrzeuge.

Die Türkei verfügt über die zweitstärkste NATO-Armee nach den USA. Zudem gilt sie als äußert wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

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Cumhurbaşkanı Erdoğan NATO'nun yeniden gözden geçirilmesi lazım