"Burn Berlin" - Feindbild Erdogan

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

"Burn Berlin" - Feindbild Erdogan

25. September 2018 - 22:56
Kategorie:
0 Kommentare

"Kill Erdogan! Tod dem Faschismus! Erdogan´a ölüm, Fasizme ölüm! 28-29/09 Burn Berlin!" steht auf Mauerresten. Das Bild enstand vermutlich in Nordsyrien, die Drohung sprechen Mitglieder der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. Zeitgleich rufen mehrere Organisationen sowie ein Bündnis zu Protesten gegen den türkischen Staatspräsidenten, der zu Staatsbesuch zwischen dem 27. und 29. September in Deutschland sein wird. 

Ankündigung einer Demonstration in Köln

Kommentar - "Kill Erdogan! Tod dem Faschismus! Erdogan´a ölüm, Fasizme ölüm! 28-29/09 Burn Berlin!" steht auf Mauerresten. Das Bild enstand vermutlich in Nordsyrien, die Drohung sprechen Mitglieder der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. Zeitgleich rufen mehrere Organisationen sowie ein Bündnis zu Protesten gegen den türkischen Staatspräsidenten, der zu Staatsbesuch zwischen dem 27. und 29. September in Deutschland sein wird. 

Wäre ein terroristischer Anschlag auf Erdogan in Deutschland möglich?

Es war der 29.01.2009 als das Unheil oder die Auferstehung eines versunkenen Reiches - je nach Sichtweise - seinen Lauf nahm. Jener Tag also in einem wunderschönen Kurort, wo die Mächtigen und Reichen sich die Klinke in die Hand gaben. Konferenzen, Reden und Podiumsdiskussionen zierten das Bild einer idyllischen Kleinstadt in den Schweizer Alpen, die später in den Annalen einen rühmlichen Platz finden wird. Es war der damalige türkische Ministerpräsident Erdogan, der in einer Podiumsdiskussion, seinen Unmut über die Ungerechtigkeiten dieser Welt mit seiner Äußerung „One Minute“ zum Ausdruck brachte.

In Erinnerung blieben „One Minute“ und „Davos“

Es war nicht nur ein reflexartiger, emotionaler Ausbruch von Herrn Erdogan, sondern er gab auch darüber hinaus den Machtpolitikern dieser Welt unmissverständlich das Zeichen, dass sich die Türkei - mit ihm als Führungspolitiker - diesen Ungerechtigkeiten unmissverständlich entgegen stellen wird. Mit dieser eindeutigen Positionierung hat er nicht nur sein mögliches, politisches Schicksal besiegelt, sondern damit auch sein eigenes Leben bis dato unweigerlich in Gefahr gebracht.

Die inszenierten Gezi-Park Proteste, die postmodernen Putschversuche vom 17.12.2013 und 25.12.2013, um nur einige zu nennen, waren die Vorläufer des militärischen Putschversuches vom 15.07.2016, was die vorangestellte These eindrucksvoll untermauert.

Am 15.07.2016 konnten Putschisten das Lebenswerk des Präsidenten nicht vorzeitig beenden, was mit dem Besuch von Herrn Erdogan in Deutschland ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden sollte.

Die Haltung der Bundesregierung zum Militärputsch und die herzliche Aufnahme Bereitschaft der Putschisten in Deutschland spricht Bände. Diese zynische Vorgehensweise der Bundesregierung konnte man bereits in der Vergangenheit bei den abtrünnigen PKK Kämpfern feststellen. Vor dem Hintergrund, dass in den USA und auch bei uns in Deutschland offen ein Regime Chance in der Türkei mit Nachdruck gefordert wird, ist dies kein gutes Omen.

Sind Terroristen und Putschisten in Deutschland in Lauerstellung?

Ein von den Putschisten oder den Terroristen -eventuell unter der Kontrolle des Verfassungsschutzes- durchgeführten terroristischen Anschlages auf Erdogan könnte so zu nachhaltigen irreparablen Schäden in der Beziehung der christlich – islamischen Welt führen, mit unkalkulierbarem Ausmaß. Zwar etwas zugespitzt, aber als Mahnung sollte uns das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo am 28.06.1914 dienen, das als Auslöser des 1. Weltkrieges in die Geschichte einging.

Die Deutsch-Türkische Freundschaft würde einen massiven Schaden nehmen und das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland würde nicht mehr unter einem guten Stern stehen.

Man kann nur hoffen, dass die Bundesregierung sich der Tragweite eines Anschlages bewusst ist und dementsprechend die deutschen Sicherheitsorgane angewiesen hat. Es wird sich in den nächsten Tagen zeigen, inwieweit die Sicherheitsbehörden die Terroristen, Putschisten und die ausländischen Geheimdienste unter Kontrolle haben.

 

M. Teyfik Oezcan
Freier Journalist

weitere Informationen zum Artikel