Zypern lehnt Vorschlag der Türkei ab

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Zypern lehnt Vorschlag der Türkei ab

26. Mai 2010 - 21:03
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Der Vorschlag der Türkei, die türkisch-zyprischen See- und Flughäfen zu öffnen, wenn die Europäische Union im Gegenzug den internationalen Verkehr mit Nordzypern zulässt, wurde durch Zypern abgelehnt.

Ein Kompromissvorschlag der Türkei zur Lösung der Zypernfrage wurde von der Regierung Südzyperns abgelehnt. Ankara schlug vor, ihre See- und Flughäfen für griechisch-zyprische Schiffe und Flugzeuge zu öffnen, wenn die Europäische Union im Gegenzug den internationalen Flug- und Seeverkehr über drei nordzyprische Häfen genehmigt.

Um den Lösungsprozess auf der östlichen Mittelmeerinsel durch die Aufhebung der Isolation und Embargos gegen die türkischen Zyprer zu beschleunigen, unterbreitete der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu einen Kompromissvorschlag, der die Öffnung aller türkischer Häfen für Südzypern zusichert, wenn im Gegenzug der europäisch-nordzyprische Direkthandel über die türkisch-zyprischen Seehäfen Girne und Gazimagusa sowie den Flughafen Ercan (bei Lefkosa) ermöglicht wird. Darauf gab Davutoglu vor Journalisten sogar sein Ehrenwort.

Den neuen Zypern-Kompromiss der Türkei hat der Regierungssprecher der Republik Zypern abgelehnt. In einer Radiosendung erklärte Stefanos Stefanou, dass dieser Vorschlag nicht zur Diskussion stünde. Die Türkei verletze ihre Verpflichtungen, in dem sie ihre Häfen für Zyperngriechen versperre. Ankara habe aber diese Pflicht, die es ohnehin erfüllen müsse. Der Handel zwischen EU und Nordzypern sei also keine Verhandlungssache in dieser Angelegenheit, so der Sprecher der Regierung in Süd-Nicosia.

Die Realisierung direkter wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der EU und der Türkischen Republik Nordzypern wurde 2004 von Brüssel zwar angekündigt, scheiterte aber an der Blockadehaltung Zyperns. Damals stimmte die Mehrheit der türkischen Zyprer für die Wiedervereinigung der Insel, während die griechischen Zyprer den Annan-Friedensplan mit einer Dreiviertelmehrheit ablehnten. Erst in diesem Jahr wurde das Thema erneut durch die UN und EU aufgerollt, wo gegen aber südzyprische politische Parteien schon zahlreiche Interventionen gestartet haben.

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