Ahmet Türk: Der Städtekampf der PKK war ein Fehler

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Ahmet Türk: Der Städtekampf der PKK war ein Fehler

27. Februar 2017 - 23:39
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Der ehemalige Ko-Bürgermeister der Stadt Mardin und Politiker der nationalistisch-kurdischen Kommunalpartei "Demokratische Partei der Regionen", Ahmet Türk, zieht Resümee: "Der Angriff der PKK nach dem 7. Juni war ein Fehler."

Ahmet Türk: Der Städtekampf der PKK war ein Fehler

Mardin / TP - Ahmet Türk, ehemaliger Ko-Bürgermeister der Stadt Mardin, der aufgrund von Vorwürfen, die Terrororganisation PKK unterstützt zu haben, Ende November verhaftet, jedoch wegen gesundheitlichen Problemen aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, zog in einem Interview eine nüchterne Bilanz. Laut Türk hatten die nationalistisch-kurdische Partei HDP sowie die "Demokratische Partei der Regionen" (DBP) nicht die Kraft, den "Konflikt" zu beenden. In Zusammenhang mit den "Kurden" habe die PKK nach dem 7. Juni mit ihren Attacken einen Fehler begangen.

Türk, der sich gegenüber der Forderung des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahceli, Ahmet Türk wegen seinem Gesundheitszustand freizulassen, überrascht zeigte, erklärte, er habe sich bei Bahceli dafür telefonisch bedankt. Im Interview gegenüber der Habertürk sagte Türk, man habe nach den Gesprächen mit dem damaligen Ministerpräsidenten Erdogan große Hoffnungen gesetzt, das Problem ein für allemal zu lösen. "Aber, seitdem sich nach der Parlamentswahl am 7. Juni abzeichnete, dass die Ergebnisse den Wünschen nicht entsprechen, befinden wir uns in einer noch schwierigeren Lage. Jetzt sehen wir vor Rathäusern hohe Mauern, nach dem die DBP-Bürgermeister suspendiert werden und die Bürger können sich nicht mehr so frei bewegen."

Türk erklärte des Weiteren, dass die HDP nach der Wahl am 7. Juni 2015 knapp 13 Prozent einfuhr und insgesamt 80 Abgeordnete aufstellte. "Doch kurz darauf schaffte die PKK für die Gewalt in den Städten im Südosten den Nährboden. Die kurdischen Politiker werden nun dafür kritisiert, weil sie sich nicht energisch und laut genug dagegen gestemmt haben."

Ahmet Türk zu Folge habe die PKK nach dem 7. Juni ziemlich schnell zu den Waffen gegriffen. Nach seiner eigenen Meinung, hätte man die Zeit danach abwarten und bewerten müssen. Die PKK habe das nicht gemacht, in Bezug zu den Kurden einen Fehler begangen. Entgegen der Behauptung der HDP, sie habe die Kraft und den Einfluss, die PKK zur Räson zu bringen, stellte Türk im Interview fest, dass keine politische oder zivile Organisation die Befugnis, die Macht oder die Kraft habe, den bewaffneten "Kampf" der PKK zu verhindern.

Nach der Parlamentswahl Anfang Juni, ermordete die Terrororganisation PKK zwei Polizisten in der südtürkischen Provinzhauptstadt Saliurfa im Schlaf. Kurz danach wurden bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Cizre 11 Menschen getötet, rund 80 zum Teil schwer verletzt. 

Daraufhin begann die PKK unter Mithilfe von Lokal geführten "Jugendbataillionen" den bewaffneten Kampf in den Städten im Südosten des Landes. Die türkische Regierung ging dabei massiv dagegen vor, evakuierte die Bevölkerung, darunter auch in der Provinzhauptstadt Diyarbakir im Stadtbezirk Sur. Die Sicherheitskräfte hatten erst nach 6 Monaten die Kontrolle über die betroffenen Städte und Stadtbezirke unter Kontrolle.

Nach dem gescheiterten Putschversuch wurden zahlreiche Kommunalbezirke und Rathäuser zwangsweise in treuhänderische Verwaltung übergeben, in denen zuvor die DBP die Verwaltung führte.

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