Sudan: Türkei will Insel Sawakin wieder aufbauen

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Sudan: Türkei will Insel Sawakin wieder aufbauen

27. Dezember 2017 - 01:45
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Sudans Staatspräsident Omar al-Baschir hat seinem türkischen Amtskollegen Erdogan zugestimmt, die sudanesische Insel vor der Hafenstadt Sawakin für Wiederaufbauarbeiten in die Hände der Türkei zu übertragen.

Sudan: Türkei will Insel Sawakin wieder aufbauen

Khartum / NEX / TP - Beim dreitägigen Besuch in Sudan, traf sich der türkische Staatspräsident Erdogan mit Staatspräsident Omar al-Baschir. Dabei wurden wirtschaftliche, kulturelle sowie soziale Beziehungen angesprochen. Eine mitgereiste Wirtschaftsdelegation traf sich derweil mit sudanesischen Politikern und Unternehmen, um neue Beziehungen zu knüpfen und Handelsbeziehungen aufzubauen. Erdogan besuchte dabei auch die alte Hafenstadt Sawakin, die zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert der wichtigste Hafen an der afrikanischen Küste am Roten Meer war. Hier soll nach dem Willen Erdogans, die Hafenstadt wieder aufgebaut werden, um den Handel sowie den Tourismus zu fördern.

Am Montag reiste Erdogan in die sudanesische Hauptstadt Khartum, der ersten Station in einer Reihe weiterer Besuche von afrikanischen Ländern. Am Dienstag traf der türkische Staatspräsident in der alten Hafenstadt Sawakin am Roten Meer ein. Hier besuchte er die von der TIKA (Türkisches Präsidium für Internationale Kooperation und Koordination) wieder aufgebaute und restaurierte Hanafi-Moschee, bevor Erdogan noch das alte osmanische Zollamt zusammen mit Experten begutachtete.

Am Ende des Besuchs trafen sich die beiden Amtskollegen und gaben in einer Pressekonferenz die Ergebnisse des Treffens bekannt. Darin bekräftigten Erdogan und al-Baschir die gemeinsamen Interessen beider Länder. Während des Besuchs hätte man eine Reihe von wirtschaftlichen Abkommen unterzeichnet und in Khartum seien im Rahmen eines Forums, sudanesische wie türkische Geschäftsleute zusammen gekommen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen. In türkischen Medien wurde der Besuch als “historisch” bewertet, in der sich die beiden Länder darauf geeinigt haben, einen strategischen Kooperationsrat einzurichten und den Handel zu intensivieren. Das aktuelle jährliche Handelsvolumen von 500 Mio. US-Dollar soll demnach zunächst auf 1 Mrd. und in den kommenden Jahren auf 10 Mrd. US-Dollar gesteigert werden.

“Wir ermutigen Geschäftsleute, im Sudan zu investieren”, sagte Erdogan auf der gemeinsamen Pressekonferenz und erklärte, dass sein Land sich des wirtschaftlichen Potenzials des Sudans bewusst sei. Erdogan zufolge werde man damit den Umra-Tourismus über den Sudan nach Saudi-Arabien fördern. Die Umra ist die kleine islamische Pilgerfahrt nach Mekka, die im Gegensatz zu der großen, dem Hadsch, jederzeit im Jahr durchgeführt werden kann.

Während der Pressekonferenz sprach Erdogan auch die Hafeninsel Sawakin an. “Sie sollten uns die Insel für eine Weile überlassen und wir werden die Insel in ihrer ursprünglichen Form wieder aufbauen und wiederbeleben. Mein Bruder Omar al-Baschir stimmte dem zu”, so Erdogan weiter.

Sawakin, einer der ältesten Seehäfen Afrikas, wurde vor allem während der islamischen Blüte von afrikanischen Muslimen genutzt, die zu einer Pilgerfahrt in die heilige Stadt Mekka in Saudi-Arabien aufbrachen. Die Osmanen nutzten später die Hafenstadt als Vorposten, um die Provinz Hedschas im heutigen westlichen Saudi-Arabien vor Angriffen über das Rote Meer zu schützen.

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