Syrien: SDF hofft auf US-Flugabwehrraketen

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Syrien: SDF hofft auf US-Flugabwehrraketen

28. Dezember 2016 - 01:22
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Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) hoffen auf Lieferung von US-Flugabwehrraketen. Die türkische Luftwaffe bombardiert Stellungen der SDF im Norden von Manbidsch. Milizen der Operation "Schutzschild Euphrat" greifen Stellungen der YPG in Arab Hasan al Kabir an. Zwei Niederländer werden in der Türkei festgenommen.

Syrien: SDF hofft auf US-Flugabwehrraketen

Karkamis / TP - Der Sprecher der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die mehrheitlich aus der kurdischen Volksverteidigungseinheit (YPG) mit einer Nähe zur Terrororganisation PKK besteht, hofft auf eine positive Entscheidung und Aufhebung der Einschränkungen hinsichtlich der Waffenlieferungen durch die USA. Laut Generalmajor Talal Silo gebe es zwar keine Luftangriffe auf Stellungen der SDF, aber die Zukunft könne es erfordern, dass die SDF mit Flugabwehrraketen ihren Kampf fortsetzt.

Zur Zeit erhält die SDF durch die US-Koalitionskräfte unter anderem mobile Panzerabwehrlenkwaffen. In der Vergangenheit hatte die USA Anfragen über Flugabwehrraketen der SDF abgelehnt. Befürchtet wird, dass diese Waffen in die Hände der Terrormiliz IS fallen. Auch ist nicht sichergestellt, ob diese Waffen gegen NATO-Verbündete wie der Türkei angewendet werden, die in der selben Region operieren.

Auch das russische Aussenministerium äusserte sich am Dienstag auf die Erwartungshaltung der SDF. Die russische Sprecherin des Aussenministeriums, Maria Zakharova erklärte, dass die Lieferung solcher Waffen als ein feindlicher Akt gewertet werde. Eine direkte Bedrohung der russischen Luftwaffe werde nicht hingenommen, so die Sprecherin.

Die SDF ist ein Bündnis von mehreren Milizen, darunter der YPG, die als bewaffneter Arm der Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet und als syrischer Ableger der PKK angesehen wird. Die PYD wurde 2003 von der PKK gegründet. Seit August 2016 finden im Zuge der türkischen Militäroffensive "Schutzschild Euphrat" in Nordsyrien immer wieder direkte Kampfhandlungen zwischen der türkischen Armee und den Volksverteidigungseinheiten YPG statt.

Am Dienstagabend meldeten syrische Beobachtungstellen, dass die türkische Luftwaffe ununterbrochen Stellungen der YPG entlang des Euphrats in Arab Hasan as Saghir sowie Dadat, rund 10km. nördlich von Manbisch, bombardiert. Zudem sollen Milizen der Freien Syrischen Armee (FSA) im Rahmen der Operation "Schutzschild Euphrat" westlich des Euphrats in Arab Hasan al Kabir, Stellungen der YPG angegriffen haben. 

Die Türkei hatte im August 2016 die SDF, insbesondere die YPG aufgefordert, sich bis östlich des Euphrats zurückzuziehen. Andernfalls werde man mit Gewalt diese Forderung durchsetzen. Ein anfänglich angedeuteter Rückzug der YPG stellte sich jedoch als unwahr heraus, nach dem die türkische Militäroffensive bis nach al-Bab vorgestoßen war, während die SDF ebenfalls versuchte, al-Bab vor der türkischen Militäroffensive einzunehmen.

In der Nähe der syrisch-türkischen Grenze wurden zwei Niederländer in Akcakale verhaftet. Laut bisher vorliegenden Informationen sollen die niederländischen Staatsbürger beim illegalen Grenzübertritt von der türkischen Gendarmerie verhaftet worden sein. Sie sollen mutmaßlich für die YPG als Söldner in Nordsyrien gekämpft haben.

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