Türkei - Verbot von Kuppelshows? Dekret weiterhin umstritten

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Türkei - Verbot von Kuppelshows? Dekret weiterhin umstritten

30. April 2017 - 02:19
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Durch zwei neue Notstandsdekrete werden in der Türkei rund 4.000 Beamte und Soldaten vom Dienst entlassen, rund 300 suspendierte Beamte und Soldaten wieder in den Dienst aufgenommen. Ausserdem sollen Dating-, Glückspiel- und Verkaufsofferten für Potenz-unterstützende Hilfsprodukte bis hin zu fragwürdigen homäopatischen Produkten nicht mehr über Rundfunk- oder TV gesendet werden dürfen.

Türkei - Verbot von Kuppelshows? Dekret weiterhin umstritten

Ankara / TP - Die türkische Regierung hat mit zwei neuen Notstandsdekreten festgelegt, welche Beamte und Soldaten aus dem Dienst entlassen, welche wieder in den Dienst aufgenommen werden. Laut des Notstandsdekrets 689 (KHK 689) sollen 3.939 Beamte und Soldaten aus dem Dienst entlassen, 235 Beamte in den Dienst aufgenommen werden. 

Das Dekret regelt auch die Schließung von 18 Stiftungen, 14 Vereinen und 13 privaten Unternehmen im Gesundheitssektor. Ferner werden eine regionale Zeitung sowie eine Zeitschrift verboten, die laut dem Dekret unmittelbar die staatliche Ordnung gefährden. Rund 5 Vereine und Stiftungen sollen wieder ihre Arbeit aufnehmen können.

Das Notstandsdekret 690 befasst sich u.a. mit Regelungen im Justizwesen und anwendbaren Gesetzen, mit der Beförderungen von Militärangehörigen und mit der sozialen Absicherung von Beamten, Dorfbeschützern oder Militärangehörigen. Aufsehen erregte aber vor allem die Regelung der Mediensparte, darunter die mutmaßliche Abschaffung von Kuppelshows. 

Umstritten: Die bekannten Heirats-Shows im TV sollen verboten werden. Was ist dran?

Während in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung der Notstandsdekrete im türkischen Staatsanzeiger, in den türkischen Medien von verbotenen TV-Sendungen die Rede war, in der Männer und Frauen in einer Show nach einem Ehepartner Ausschau halten, hat sich die Aufregung zumindest teilweise gelegt, nach dem bekannt wurde, dass das Verbot sich womöglich nur auf Dating-Sendungen und Werbeeinblendungen beziehen wird. Der Artikel 60 im Notstandsdekret 690 besagt, dass jene Rundfunk- und TV-Beiträge vom Verbot betroffen sind, in der ein Treffen zur "Freundschaft" ermöglicht wird oder Werbung für Produkte bzw. Dienstleistungen geschalten werden, in denen z.B. Potenz-steigernde Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel angepriesen werden. Ferner sollen u.a. auch Beiträge verboten werden, in denen Glückspielofferten gegen Bezahlung angeboten werden. 

Laut dem türkischen Online-Nachrichtenportal Medyatava, sind nicht TV-Programme vom Verbot betroffen, in der zwei Heiratswillige in einer Show auftreten, sondern nur jene Einblendungen und Programme, in der mit Rufnummern oder Internetseiten auf Datingagenturen verwiesen wird. Der türkische Journalist Ercan Gürses twitterte hierzu, es betreffe nicht die TV-Heiratssendungen, sondern Datingsendungen, die frei über Satellit empfangbar seien. Dennoch kann die Frage nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden. Der Produzent der bekannten Heiratsshow "Kismetse olur", der im TV-Sender Kanal D gesendet wird, teilte im sozialen Netzwerk mit, dass die Sendung aufgrund des Dekrets auslaufen werde. Kurze Zeit später erklärte Haluk Sirin jedoch, er werde Einzelheiten hierzu noch bekannt geben, sobald er nähere Informationen habe.

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