Willy Wimmer: Abschuss des russischen Kampfjets war gewollt

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Willy Wimmer: Abschuss des russischen Kampfjets war gewollt

30. Juli 2016 - 00:14
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Der Ex-Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums und Ex-Vizepräsident der OSZE, Willy Wimmer, hegt einen dringenden Verdacht: der Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei war gewollt.

Ankara / TP - Sputnik News berichtet, dass der Abschuss des russischen Kampfjets an der syrisch-türkischen Grenzregion gewollt war. Sputnik beruft sich dabei auf den ehemaligen Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums und Ex-Vizepräsident der OSZE Willy Wimmer. Laut Wimmer war schon die Abfolge die zum Abschuss des Kampfjets führte, nicht nach den internationalen Regeln erfolgt. Ausserdem könnte ein Kampfjet ohne die Mitwirkung von aussen nicht zu einem feindlichen Ziel dirigiert werden, so Wimmer weiter.

Gegenüber Sputnik sagte Wimmer, dass der russische Kampfjet nicht einfach so vom Himmel geholt werden konnte. An dem besagten Tag im November 2015 seien nach seinen Informationen zwei Awacs-Flugzeuge ebenfalls in der Region unterwegs gewesen. Eine sei aus dem Stützpunkt Zypern abgehoben, die andere aus Saudi-Arabien. Ausserdem hätte die NATO bei Verletzung des Luftraums Regeln zu befolgen, jedoch auch die Türkei. Das sei aber nicht geschehen, denn man habe den Jet runterholen wollen. 

Wimmer erklärt weiter, dass der Abschuss eventuell mit den Beziehungen der Türkei zu Russland zu tun hatte, da die US-Interessen dem diametral entgegen standen.

Zuvor hatte der türkische Ex-Premier Davutoglu erklärt, er werde die politische Verantwortung tragen, die in Zusammenhang mit dem Abschuss des russischen Kampfjets stehe. Als Regierung habe man in anbetracht der Tatsache, dass ein türkischer Kampfjet den Treffer gelandet habe, auch die Verantwortung dafür übernommen. Eine andere Erklärung hierfür hätte demnach die türkische Regierung in Bedrängnis gebracht. Einerseits hätte die Regierung zugeben müssen, das Militär nicht unter Kontrolle zu haben, andererseits aber auch damit die laufenden Ermittlungen gefährdet, die innerhalb der militärischen Strukturen schon weit fortgeschritten waren.

In der Türkei wird seit dem gescheiteten Putschversuch auch der Verdacht geäussert, dass der türkische Pilot, der den russischen Kampfjet abschoss, auch in den Putschversuch involviert war. Zudem werden auch Kreise in der Luftwaffe mit dem Absturz des Hubschraubers des bekanntesten türkischen Politikers Muhsin Yazıcıoğlu in Verbindung gebracht. Die Soldaten, die nach dem Absturz die Blackbox aufspürten, sollen auch am Putsch beteiligt gewesen sein.

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