Syrische KNR: Nach Zwangsrekrutierung der PYD drei Tote

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Syrische KNR: Nach Zwangsrekrutierung der PYD drei Tote

30. Dezember 2016 - 03:18
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Angehörige von drei syrischen Kurden aus Afrin erheben schwere Vorwürfe gegenüber der "Partei der Demokratischen Union" (PYD). Das teilt der Kurdische Nationalrat Syriens (KRN) in einer Mitteilung mit, die eine Oppositionspartei ist und seit längeren die PYD dafür scharf kritisiert, ihre Mitglieder und andere Oppositionelle massiv zu verfolgen.

Syrische KNR: Nach Zwangsrekrutierung der PYD drei Tote

Afrin / TP - Die Vorwürfe der Angehörigen und Familien von drei syrischen Kurden aus Afrin in Nordsyrien wiegen schwer. Laut einer Meldung der Oppositionspartei Kurdischer Nationalrat Syriens (KRN), sollen drei syrische Kurden nach einer Zwangsrekrutierung durch Volksverteidigungseinheiten (YPG), die der bewaffnete Arm der Partei der Demokratischen Union (PYD) ist, unter merkwürdigen Umständen verstorben sein. 

Die KRN meldet, dass in der vergangenen Woche zahlreiche Zwangsrekrutierungen in der Region um Afrin durch die PYD durchgeführt und dabei auch drei Personen durch YPG-Milizen abgeführt wurden. Dabei handelt es sich offenbar um Izat Khalil (geb. 1951), Muhsen Khalil (geb. 1973) und Abdo Habasch (geb. 1974). Sie stammen aus dem Dorf Tel Ajar und waren laut der KRN zugleich Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK-S). 

Am 19. Dezember sollen sie festgenommen worden sein. Noch am gleichen Abend erhielten ihre Familien jedoch die Nachricht, sie seien bei einem Zeltbrand, dessen Ursache ungeklärt ist, umgekommen. Dieser Tathergang kann derzeit nicht bestätigt werden, da sich die YPG weigere, den Familien die Leichname zu übergeben, teilt der KRN mit. Die Angehörigen vermuten eine direkte Beteiligung der PYD-Milizen am Tod der Männer.

Die KRN teilt in der Pressemitteilung des Weiteren mit, dass die Unterdrückungspolitik der PYD brutale Ausmaße angenommen habe, mehrere Tausend kurdische Jugendliche und Erwachsene bereits die Region verlassen haben, um nicht als "Kanonenfutter" zu enden. Siamend Hajo, Mitglied im Komitee für Aussenbeziehungen des KNR, warnt diesbezüglich die Weltgemeinschaft: „Solange die täglichen Menschenrechtsverletzungen weitergehen und die Weltgemeinschaft dazu schweigt, werden die Menschen weiterhin keine andere Perspektive sehen, als aus den PYD-kontrollierten Gebieten zu fliehen.“

Seit geraumer Zeit wird der PYD - die von der Terrororganisation PKK im Jahre 2003 gegründet wurde - von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, Oppositionelle in Nordsyrien zu verfolgen, etliche eingesperrt oder gar ermordet zu haben. Zwangsrekrutierungen sollen an der Tagesordnung sein und treffen auch Kinder sowie Jugendliche unter 15 Jahren. Erst kürzlich hatte die Human Rights Watch in einem Bericht von mehr als 29 dokumentierten Fälle von Kindersoldaten berichtet, die zwangsrekrutiert und bei Fluchtversuch bzw. Arbeitsverweigerung misshandelt worden sein sollen. 

Bis Mitte September hatte die unabhängige Expertengruppe KurdWatch mit Sitz in Berlin, über Verstöße gegen die Rechte der Kurden in Syrien berichtet, bevor sie ihren Dienst einstellte. Dabei stellte die Kurdwatch mehrmals massive Menschenrechtsverstöße fest, u.a., dass der syrische PKK-Ableger, die PYD, Kinder wie Erwachsene zwangsrekrutiere, einziehe und zum Dienst in den Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem bewaffneten Arm der Terrorgruppe, zwinge. Auch Kinder unter 12 würden als Soldaten eingesetzt, heißt es in etlichen tagesaktuellen Berichten.

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