Gewichtheber-Legende Naim Süleymanoğlu verstorben

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Gewichtheber-Legende Naim Süleymanoğlu verstorben

18. November 2017 - 13:39
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Der ehemalige türkisch-bulgarische Gewichtheber Naim Süleymanoğlu ist verstorben.

Der ehemalige türkisch-bulgarische Gewichtheber Naim Süleymanoğlu ist verstorben.

Istanbul / TP - Der dreimalige türkische Olympia-Goldmedaillengewinner Naim Süleymanoğlu ist im Alter von 50 Jahren in Istanbul verstorben. Nach einer Leber-Transplantation erholte sich Süleymanoğlu nicht mehr, litt zuletzt an einem Ödem, die am 11. November durch eine Operation behandelt wurde, aber ohne Erfolg. Laut den Hinterbliebenen verstarb Süleymanoğlu am Samstag im Ataşehir-Memorial Krankenhaus in Istanbul.

Naim Süleymanoğlu war ein Angehöriger der türkischen Minderheit in Bulgarien, als er 1983 seinen ersten Weltrekord für Bulgarien erzielte. Mit 16 Jahren wurde er bis dato jüngste Gewichtheber-Weltmeister. Nach dem Bulgaren Stefan Topurow war er weltweit der zweite Gewichtheber, der das Dreifache des eigenen Körpergewichts stoßen konnte. 

Während der Bulgarisierungskampagne musste Naim Süleymanoğlu, der damals Naum Sulejmanow hieß, seinen Namen auf Anweisung der Behörden ändern. 1986 gewann er bei der Weltmeisterschaft in Sofia zwei weitere Goldmedaillen für Bulgarien. Nach der WM in Sofia setzte sich Naum Sulejmanow während einer Australien-Reise in die Türkei ab, nahm die Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Namen in Naim Süleymanoğlu um. Bulgarien versuchte indes seine sportliche Karriere zu behindern, bis die Türkei einen großen Geldbetrag als Auslösung bezahlte. Bis 1989 wanderten aufgrund der Repressionsmaßnahmen des Landes rund 370.000 türkische Bulgaren in die Türkei. Das war bereits die dritte Auswanderungswelle nach 1950/51 mit 155.000 und 1968–1978 mit 130.000 Menschen.

Für die Türkei gewann Naim Süleymanoğlu, der den Kosenamen "Cep-Herkülü"  (Taschenherkules) bekam, dreimal olympisches Gold in Seoul (1988), in Barcelona (1992) und in Atlanta (1996). Nach den Sommerspielen in Sydney im Jahre 2000, die erfolglos blieb, beendete Naim Süleymanoğlu die Sportler-Karriere. In der Türkei wurde er somit zur türkischen Legende und erhielt 1988, 1991, 1994 und 1996 den Sedat-Simavi-Preis für Sport.

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