"Lasst die Lira an Wert gewinnen“ gewinnt an Popularität

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"Lasst die Lira an Wert gewinnen“ gewinnt an Popularität

05. Dezember 2016 - 17:33
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Die Äusserungen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan von vergangener Woche, die Devisen im Land umzutauschen, fruchten. Landesweit stehen seit Tagen Menschenmengen vor Bankenschaltern und Devisenbörsen, um ihre Dollars und Euros umzutauschen. Zahlreiche Unternehmer, Handwerker wie Geschäfte wollen Devisenumtausch sogar belohnen.

"Lasst die Lira an Wert gewinnen“ gewinnt an Popularität

Ankara / TP - "Lasst die Lira an Wert gewinnen“, rief der türkische Staatspräsident Erdogan seinen Landsleuten zu, um die schwache Lira zu stützen. Auch an die Notenbank macht er eine klare Ansage, forderte eine Senkung der Zinsen, doch die wiedersetzte sich jüngst und will weiterhin die Hochzinspolitik beibehalten. Solidarität genießt Erdogan stattdessen von seinen Landsleuten.

Landesweit stehen seit der Aufforderung Erdogans, die Devisen unter den Kopfkissen hervorzuholen und umzutauschen, Menschenmengen vor Banken und Devisenbörsen, um ihre US-Dollars und Euros in Lira umzutauschen. Auch Unternehmervereinigungen haben angekündigt, ihren Zahlungsverkehr auf Lira umzustellen. Nebenbei wollen Geschäfte, Unternehmen und Dienstleister jeden Bürger belohnen, der Devisen umgetauscht hat.

So bieten zahlreiche Geschäfte jenen kostenlosen Service oder einen Bonus an, wenn sie nachweisen können, vor kurzem ihre Devisen umgetauscht zu haben. Vor etlichen Friseurgeschäften stehen Plakate, in denen kostenlos die Frisur gemacht wird, wenn man unter anderem 100,- US-Dollar umgetauscht hat. Ein Fischhändler bietet jedem der nachweislich Devisen umgetauscht hat, ein Kilo kostenlosen Fisch an. Ein Bäcker schenkt jedem der seine Devisen gerade getauscht hat, zwei Leib Brot, während nebendran ein Restaurant ein kostenloses Essen anbietet. Und das ist landesweit in jeder Klein- wie Großstadt zu beobachten. 

Aber nicht nur Kleinunternehmer, sondern Großunternehmen, aber auch die Istanbuler Börse, will der Aufforderung nachkommen und haben dem Lira-Verfall den Kampf angesagt. So hat die Istanbuler Börse für etliche Geschäftsbereiche angekündigt, nur noch in Lira handeln zu lassen. Auch die staatliche Aufsichtsbehörde für Fonds zum Schutz der Spareinlagen, die Türkische Post PTT, der Verband der Textilindustrie İHKİB sowie zahlreiche Unternehmen im Großhandelssekment, haben entsprechende Aussagen getätigt und wollen die Lira somit stützen.

Die türkische Lira hat gegenüber der us-amerikanischen Währung seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli deutlich an Wert verloren.  In diesem Jahr sogar ein Fünftel ihres Wertes. Erdogan erwägt jetzt sogar, den Handel mit China, Russland oder dem Iran künftig in lokalen Währungen abzuwickeln. Am vergangenem Sonntag erklärte Erdogan, Ministerpräsident Yildirim werde die bei seinem Besuch in Russland erörtern und entsprechend umzusetzen versuchen. Das ist für die Türkei wie auch Russland oder China günstig.

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