Türkei plant Investitionen auszubauen, setzt auf Zusammenarbeit

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

Türkei plant Investitionen auszubauen, setzt auf Zusammenarbeit

08. September 2017 - 20:59
Kategorie:
0 Kommentare

Die türkische Regierung will in den nächsten 5 Jahren in fünf Regionen Industriestandorte bauen, die den internationalen Markt bedienen sollen. Ausserdem hat Indonesien bekannt gegeben, dass das Verteidigungsministerium mit der Türkei einen Kooperationsvertrag mit Milliarden-Etat unterzeichnet hat. Ferner plant die türkische Regierung den staatlichen Vermögensfond auf 200 Milliarden US-Dollar aufzustocken.

Türkei plant Investitionen auszubauen, setzt auf Zusammenarbeit

Ankara / TP - Die türkische Regierung will den Industriestandort "Türkei" weltweit etablieren. Dazu sind aber nach Ansicht des Wissenschafts-, Industrie- und Technologieministeriums landesweit große Industrieparks notwendig, die nicht nur an die Infrastruktur eingebunden sind, sondern auch einen Meereszugang haben.

Vor allem in die Chemie- und Petrochemieindustrie will die Türkei groß investieren und dabei auch das Außenhandels- und Leistungsbilanzdefizit des Landes abbauen. Einem dem Ministerium vorliegenden Gutachten zufolge benötigt daher die Türkei fünf große Industrieparks mit jeweils rund 30km² und Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur des Landes sowie unmittelbaren Zugang zum Meer. Geplant sind daher Mega-Industrieparks an den Küstenstreifen am östlichen und westlichen Schwarzen Meer, in Süden des Marmarameeres, in der Nordägäis und im östlichen Mittelmeer. Die Pläne sollen laut Ministerium innerhalb der nächsten 5 Jahre realisiert werden.

Auch die Zusammenarbeit mit südostasiatischen Ländern hat dabei eine große Priorität, berichten türkische Medien und berufen sich dabei auf indonesische Medienberichte. Die indonesische Regierung hat laut Medienberichten bekannt gegeben, dass das Verteidigungsministerium mit einem großvolumigen Etat ein Kooperationsvertrag mit dem türkischen Verteidigungsministerium unterzeichnet hat. Die Kooperation richte sich vor allem auf die Entwicklung und Bau von U-Booten und unbemannten Drohnen sowie dem Ausbau der Entwicklung von industriellen Gütern, die in diesem Zusammenhang stehen. Laut einem indonesischen Bericht will sich das Land dadurch selbst versorgen können und die Fähigkeiten der Rüstungsindustrie ausbauen. 

In diesem Zusammenhang und dem Ausbau der industriellen Infrastruktur hat das türkische Staatspräsidium angekündigt, das staatliche Vermögensfond mit einem Volumen von derzeit 40 Milliarden US-Dollar, auf über 200 Milliarden aufzustocken. Das Vermögenfond wurde von der türkischen Regierung erst vergangenes Jahr eingerichtet und wird über die Vermögens- und Gewinnwerte der staatlichen Anteile an Fluggesellschaften, Großbanken oder dem größten Festnetz- und Mobilfunkanbieter der Türkei gespeißt. Erst am Freitag wurden bekannt gegeben, dass der derzeitige Vorsitzende des staatlichen Vermögensfonds abberufen wurde und der Vorsitzende der Istanbuler Börse das Vermögen verwalten soll.

Kritiker werfen der Regierung vor, das Vermögen zu parken und in Großprojekte zu investieren, jedoch die Staatsschulden nicht abzubauen, die derzeit rund 30 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Befürworter und die Regierung erklären, dass die Investion in die Industrie und in die Infrastruktur den Handel stärkt, das Außenhandelsdefizit verringert und Arbeitsplätze schafft. Ratingagenturen wie Standard & Poor´s sehen in dem staatlichen Vermögensfond eine Art große Entwicklungsbank, womit Kapital gebündelt und die Industrie sowie der Bausektor mit Großaufträgen, staatlichen Projekte vergeben werden können, um so die Binnennachfrage zu erhöhen.

weitere Informationen zum Artikel
Noch nicht bewertet