Das Geschäft auf zwei Rädern boomt

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Das Geschäft auf zwei Rädern boomt

30. November 2016 - 21:38
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Eigentlich wollte Sercan Ercan aus Istanbul wie viele seiner Kollegen, einen Beitrag für eine saubere Umwelt leisten, stieg recht früh von vier auf zwei Räder um. Aus dem Hobby hat sich später ein stark expandierendes Geschäft entwickelt: Fahrradkurier. Inzwischen bietet der Jungunternehmer seine Dienstleistung auf zwei Rädern landesweit an.

Das Geschäft auf zwei Rädern boomt

Istanbul / TP - Rund 1.200 Fahrradkuriere gibt es aktuell allein in New York. Etwa 20 sind es gerade in Istanbul. In der türkischen Metropole befördern sie mit Fahrrädern eilige Briefsendungen bis hin zu 180kg schwere Pakete und das Interesse an der Dienstleistung in der Türkei scheint groß zu sein. Inzwischen sind Fahrradkuriere in fast allen Großstädten wie Ankara, Eskişehir, Antalya, Izmir oder Yalova zu sehen. Das Fahrradkurier-Netz baut Sercan Ercan deshalb rasant aus, der erste der die Idee aus den USA und Europa in der Türkei etabliert hat.

Das Fahrradkurier-Geschäft hat eine lange Tradition. In den USA führte 1894 ein Eisenbahnerstreik dazu, dass die Auslieferung von Postsendungen durch einen Fahrradhersteller übernommen wurde, der ein Transport-Netz über die gesamte betroffene Eisenbahnstrecke errichtete, um mit Kurieren auf mehrere Etappen verteilt die Sendungen ans Ziel zu bringen. In Deutschland war es ein gewisser Johann Baptist Ruhdorfer, der 1896 mit einem selbstgebauten Hochrad Ersatzteile zwischen München und Rosenheim beförderte.

In der jüngeren Zeit entwickelte sich das Fahrradkurier-Geschäft vor allem in Mittel- und Großstädten, insbesondere da wo starkes Verkehrsaufkommen eiligen Postsendungen innerhalb einer Großstadt einen Strich durch die Rechnung macht. Sercan Ercan, der schon recht früh aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Istanbul zusammen mit weiteren Umwelt-Enthusiasten auf zwei Räder umstieg, erkannte früh, dass man daraus auch ein Geschäft machen kann. Inzwischen beschäftigt der Jungunternehmer seit August 2015 rund 20 Fahrradkuriere, die in Istanbul eilige Brief- und Postsendungen befördern, aber auch auf speziellen Lastfahrrädern bis zu 180kg schwere Pakete ans Ziel bringen.

Die Nachfrage nach dieser Dienstleistung ist auch in anderen Großstädten in der Türkei so groß, dass die freiberuflichen Fahrradkuriere kaum noch hinterherkommen. Aber auch das Interesse als Kurier zu radeln steigt ständig an, auch wenn der Job körperlich anstrengend ist, während einer Schicht bis zu 90km zusammenkommen. Im Istanbuler Straßenverkehr mit seinen sieben Hügeln ist das anstrengend, sagt Ercan, der nunmehr seit mehr als einem Jahr wann auch immer es geht, selbst Kurierfahrten übernimmt, wenn Not am Mann oder Frau ist. Deshalb wird auch hin und wieder mal der Metrobus oder die Fähre genommen, um sich etwas zu verschnaufen, gesteht Ercan.

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